Selbstporträt (auch bekannt als Porträt von Chardin mit Brille)
Jean-Baptiste-Siméon Chardin (1699 – 1779)
Entdecken Sie Jean-Baptiste Siméon Chardin (1699–1779), den französischen Meister der Stillleben & Genremalerei! Seine Werke zeichnen sich durch sanftes Licht, lebendige Texturen & Alltagsszenen aus.
Louvre (Paris, Frankreich)
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Jean-Baptiste Simeon Chardin’s ‘Selbstbildnis mit Brille’ – Ein Fenster in die Seele des 18. Jahrhunderts
Jean-Baptiste-Siméon Chardin, geboren im November 1699 in Paris, war kein Maler von epischen Schlachten oder mythologischen Prachtvisionen. Seine Kunstsprache sprach eine ganz andere Sprache: Sie verankerte sich in der stillen Beobachtung des Alltags, in der bescheidenen Würde von Küchenutensilien, dem zarten Intimität häuslicher Szenen und der flüchtigen Anmut von Obst auf einem Tisch. Sein Werk ist ein Produkt der Empathie für die Erfahrungen gewöhnlicher Menschen, eine stille Reflexion über das Menschliche. Seine Kindheit, geprägt von seinem Vater als Schreiner, vermittelte ihm eine tiefe Sensibilität für Form, Textur und die inhärente Schönheit von Materialien – Qualitäten, die sich in seinem späteren Stil manifestierten. Nach einer anfänglichen Ausbildung bei Historienmalern wie Pierre-Jacques Cazes und Noël-Nicolas Coypel erkannte Chardin schnell, dass sein wahres Schicksal jenseits der akademischen Konventionen lag.
Die Intimität des Selbstporträts – Technik und Ausdruck
Das ‘Selbstbildnis mit Brille’ aus dem Jahr 1771, heute im Louvre in Paris zu bewundern, ist ein Meisterwerk dieser subtilen Beobachtung. Chardin fängt sich selbst in einer Momentaufnahme der Kontemplation ein. Die Darstellung ist geprägt von einer außergewöhnlichen Detailtreue, die den Betrachter dazu zwingt, genau hinzusehen. Die Verwendung von Ölfarbe auf Papier – eine Technik, die Chardin besonders liebte – verleiht dem Bild eine besondere Transparenz und Lebendigkeit. Die feinen Pinselstriche, die die Textur der Kleidung und des Gesichtes einfangen, sind ein Beweis für seine meisterhafte Beherrschung des Mediums. Besonders hervorzuheben ist die Art und Weise, wie Chardin Licht und Schatten nutzt, um Tiefe und Volumen zu erzeugen. Das sanfte Licht, das auf Chardins Gesicht fällt, betont seine ernsten Augen und verleiht dem Bild eine intime Atmosphäre. Die Brille, ein Detail, das oft übersehen wird, symbolisiert nicht nur die Alterung, sondern auch die Weisheit und das Nachdenken des Künstlers.
Historischer Kontext und Symbolik
Chardins Werk entstand in einer Zeit des Umbruchs im 18. Jahrhundert. Die Aufklärung betonte Vernunft und Beobachtung, während gleichzeitig die traditionellen Werte und Normen der Gesellschaft hinterfragt wurden. Chardin schien diese Strömungen zu spiegeln, indem er sich von den pompösen Darstellungen seiner Zeit distanzierte und stattdessen die Schönheit im Einfachen suchte. Die Kleidung – ein braunes Hemd, eine blaue Kopfbedeckung – ist bewusst schlicht gehalten, was die Bescheidenheit und Demut des Künstlers unterstreicht. Die Brille selbst kann als Symbol für das Alter und die Erfahrung interpretiert werden, aber auch für die Fähigkeit, die Welt mit einem kritischen Blick zu betrachten. Es ist ein Bild der Selbstreflexion, das den Betrachter dazu auffordert, über sein eigenes Leben und seine eigenen Werte nachzudenken.
Emotionale Wirkung und zeitlose Anziehungskraft
‘Selbstbildnis mit Brille’ ist mehr als nur eine Porträtzeichnung; es ist ein Fenster in die Seele eines Künstlers. Chardin gelingt es, eine Atmosphäre der Ruhe, Kontemplation und inneren Stärke zu schaffen. Das ernste Aussehen des Malers, seine nachdenklichen Augen, laden den Betrachter ein, sich mit ihm auf einer emotionalen Ebene zu verbinden. Die Zeichnung besitzt eine zeitlose Anziehungskraft, die über Jahrhunderte hinweg Bestand hat. Sie erinnert uns daran, dass wahre Schönheit oft im Einfachen und Unscheinbaren liegt – in der Stille des Alltags, in den kleinen Dingen des Lebens und in der Fähigkeit, das Menschliche zu erkennen.
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Über dieses Kunstwerk
- Titel: Selbstporträt (auch bekannt als Porträt von Chardin mit Brille)
- Künstler: Jean-Baptiste-Siméon Chardin
- Jahr: 1771
- Format: Hochformat
- Urheberrechtlicher Status: Gemeinfreiheit
- Ausstellung/Standort: Louvre
- Bewegung: Neoclassical Realism
- Technik: Wandkunst
- Schöpferische Phase: Mature Period
- Kontext des Korpus: 18th-century french realism” , domestic scenes
Eckdaten
- Einflüsse: Cabinetmacherhandwerk
- Titel: Selbstporträt
- Besondere Elemente: Brille, Schal, Hemd
- Bewegung: Rokoko
- Künstler: Jean-Baptiste-Siméon Chardin
- Thema: Porträt, Selbstbildnis
- Medium: Ölfarbe auf Papier


