Cartouche im aurikulären Stil
Acryl auf Leinwand
Wandkunst
Dutch Golden Age
1654
228.0 x 179.0 cm
Rijksmuseum
Johannes Der Ältere Lutma (1587 – 1669)
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Rijksmuseum (Amsterdam, Netherlands)
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Johannes Lutma und die Auricula Stil Kunst
Johannes Lutma der Ältere (geboren um 1584 in Emden, Deutschland; gestorben Januar 1669 in Amsterdam) steht als zentrale Figur im spätbarocken niederländischen Goldschmiedehandwerk – einer Epoche geprägt von ungeahnter künstlerischer Innovation und opulentem Handwerk – für sich. Oft überschattet von seinem berühmteren Zeitgenossen Rembrandt liegt sein Erbe darin, dass er die Auricula Stil Technik perfektionierte, eine Methode, die dekorative Möglichkeiten neu definierte und nachfolgende Künstlergenerationen nachhaltig beeinflusste. Sein Leben war geprägt von ständiger Bewegung und Anpassung, begann im deutschen Rheinland und fand seinen dauerhaften Sitz in Amsterdam, wo er sich als führender Designer für wohlhabende Mäzene und kirchliche Einrichtungen etablierte. Seine frühe Ausbildung bleibt weitgehend ein Rätsel, wird jedoch allgemein angenommen, dass er unter Paulus van Vianen studierte, einem Meister, der für seinen unverwechselbaren Auricula Stil bekannt war – eine Technik, die durch ihre glatten, gehörnbildähnlichen Formen geprägt ist und somit ihren Namen erhielt. Diese stilistische Herangehensweise betonte nicht nur eine ästhetische Entscheidung; Lutma erhob sie zu einem ausgefeilten Gestaltungsprinzip und nutzte sie zur Erschaffung komplexer Muster und dynamischer Kompositionen. Er beherrschte außergewöhnlich Materialien und verfügte über ein tiefes Verständnis dafür, wie Licht mit Oberflächenstrukturen interagierte und erzielte damit beeindruckende Effekte. Seine Arbeiten demonstrierten eine herausragende Beherrschung der Technik und eine besondere Sensibilität für die künstlerische Wirkung ihrer Gestaltung. Die Auricula Stil Technik entwickelte sich im frühen 17. Jahrhundert in Deutschland und wurde insbesondere durch die Utrechter Goldschmiede Adam und Paulus van Vianen populär. Lutma perfektionierte diese Methode und etablierte damit einen einzigartigen visuellen Ausdruck. Er kombinierte verschiedene Verfahren wie Chasing (Hammerprägung zur Herstellung von Reliefmustern) und Repoussé (Auftreiben des Metts von der Rückseite zur Herstellung von Reliefmustern) mit präzisem Gravieren, um seine gewünschten Effekte zu erzielen. Diese Kombination ermöglichte es ihm, außergewöhnliche Detailtreue und eine hohe künstlerische Qualität zu erreichen – Eigenschaften, die auch heute noch bei seinen Werken zu finden sind. Ein besonders beeindruckendes Beispiel für Lutmas Kunstverständnis ist der Choraltraum für die Nieuwe Kerk in Amsterdam, entstanden um 1638. Dieses monumentale Gemälde zeigt aufwendige Szenen biblischer Erzählungen, die mit klassischen Motiven verwoben sind und zeigen Lutmas Fähigkeit, verschiedene stilistische Einflüsse nahtlos zu verbinden. Er setzte dabei außergewöhnliche technische Fähigkeiten ein und demonstrierte damit sein tiefes Wissen über künstlerische Traditionen und Ausdrucksformen seiner Zeit. Das Werk ist ein beeindruckendes Zeugnis für die hohe Kunstfertigkeit des Auricula Stil und wird bis heute von Kunsthistorikern und Sammlern gefeiert. Die Bedeutung der Auricula Stil Technik geht jedoch weit über ihre ästhetischen Eigenschaften hinaus. Sie spiegelt eine tiefere kulturelle Entwicklung wider, die durch einen zunehmenden Fokus auf Bewegung und Dynamik gekennzeichnet ist – Elemente, die auch in anderen künstlerischen Bereichen dieser Zeit zum Ausdruck kamen. Lutma erkannte diese Entwicklungen und integrierte sie erfolgreich in seine eigene Gestaltungspraxis, wodurch er nicht nur ein Meisterwerk geschaffen hat, sondern auch einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der europäischen Kunstgeschichte geleistet hat. Seine Werke sind bis heute eine Quelle der Inspiration für Künstler und Designer weltweit.- Hauptsächlich verwendet: Silber
- Ursprung: Deutschland
- Zeitperiode: Spätbarock
Über dieses Kunstwerk
- Titel: Cartouche im aurikulären Stil
- Künstler: Johannes Der Ältere Lutma
- Jahr: 1654
- Originalmaße: 228.0 x 179.0 cm
- Format: Hochformat
- Urheberrechtlicher Status: Gemeinfreiheit
- Ausstellung/Standort: Rijksmuseum
- Bewegung: Dutch Golden Age
- Schöpferische Phase: Mature Period
- Kontext des Korpus: iconic cartouche emblematic form , royal patronage & prestige
Eckdaten
- Influences: Paulus van Vianen
- Notable elements or techniques: Aurikuläre Stiltechnik; Prägung und Repoussé
- Medium: Gravur und Emailletechnik
- Artistic style: Niedermaßstil
- Artist: Johannes Lutma der Ältere
- Year: 1654
- Dimensions: 228 x 179 cm