Sitzender halbakt geneigt mit langen haaren (Half nude Figure with Long Hair Sitting Bent)
Giclée-Druck
Digital
19. Jahrhundert
40.0 x 29.0 cm
Giclée / Kunstdruck
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Sitzender halbakt geneigt mit langen haaren (Half nude Figure with Long Hair Sitting Bent)
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Ein Fenster zur Seele: Alexej von Jawlenskys ‘Sitzender halbakt geneigt mit langen Haaren’
Alexej von Jawlenskys ‘Sitzender halbakt geneigt mit langen Haaren’ ist weit mehr als ein bloßes Porträt; es ist eine tiefgreifende Erkundung des menschlichen Daseins, festgehalten mit jener rohen Emotion und jenem kompromisslosen Stil, der diese prägende Figur der Kunst des frühen 20. Jahrhunderts auszeichnete. Entstanden um die Jahrhundertwende, vermutlich zwischen 1908 und 1914, gewährt diese intime Darstellung einen Einblick in eine Welt, in der psychologische Tiefe den fotografischen Realismus ablöste – ein Markenzeichen von Jawlenskys künstlerischer Vision.
Das Gemälde besticht sofort durch seine lebendige Farbpalette. Kräftige Rottöne, tiefes Blau und erdige Brauntöne dominieren das Bild und schaffen eine Atmosphäre, die zugleich intensiv und kontemplativ wirkt. Jawlensky verzichtet auf die glatten Oberflächen, wie sie viele zeitgenössische Künstler bevorzugten, und entschied sich stattdanc für einen bewusst groben Farbauftrag – sichtbare Pinselstriche, die zur spürbaren Energie des Werkes beitragen. Diese Technik, die charakteristisch für seinen späteren Stil ist, spiegelt den Wunsch wider, nicht nur das darzustellen, was er sah, sondern auch, wie er es fühlte.
Der expressionistische Geist
Jawlensky war ein Schlüsselmitglied sowohl der Neuen Künstlervereinigung München als auch kurzzeitig des „Blauen Reiters“. Diese Gruppen repräsentierten einen radikalen Wandel im künstlerischen Denken, indem sie akademische Konventionen zugunsten des subjektiven Ausdrucks ablehnten. ‘Sitzender halbakt geneigt mit langen Haaren’ verkörpert diesen Geist perfekt. Der Blick der Dargestellten, der leicht am Betrachter vorbeigeht, lädt dazu ein, an ihren Gedanken und Emotionen teilzuhaben. Es ist kein passives Porträt; es fordert die Auseinandersetzung.
Die Pose selbst – die sitzende Figur, die sich mit langem, fließendem Haar nach vorne lehnt – ist bewusst mehrdeutig gehalten. Sie suggeriert Verletzlichkeit, Nachdenklichkeit oder vielleicht sogar einen Hauch von Melancholie. Jawlensky war zutiefst daran interessiert, das Innenleben seiner Motive zu erforschen, und dieses Gemälde ist ein Paradebeispiel für seine Fähigkeit, psychische Zustände in eine visuelle Form zu übersetzen. Das Fehlen eines spezifischen erzählerischen Kontextes zwingt den Betrachter dazu, eigene Interpretationen in die Szene zu projizieren.
Symbolik und Technik
Jawlenskys Technik beinhaltete das Schichten dünner Farblasuren über einem dunklen Untergrund, wodurch Tiefe und Intensität schrittweise aufgebaut wurden. Diese Methode ermöglichte es ihm, eine bemerkenswerte Leuchtkraft zu erzielen und ein schimmerndes Oberflächengefühl zu erzeugen. Besonders auffällig ist die Art und Weise, wie er das Haar darstellt – nicht als detaillierte Repräsentation, sondern als Masse aus fließender Farbe, die Bewegung und Vitalität vermittelt. Der Einsatz starker Kontraste zwischen Licht und Schatten betont zudem die Form der Figur und verstärkt die dramatische Wirkung des Gemäldes.
Die Komposition ist bemerkenswert einfach und dennoch kraftvoll wirksam. Der Fokus bleibt vollständig auf dem Motiv, befreit von jeglichem überflüssigen Detail. Diese Reduktion auf das Wesentliche – Farbe, Linie und Form – ist ein zentrales Element von Jawlenskys künstlerischer Strategie, die es ihm ermöglicht, direkt mit den Emotionen des Betrachters zu kommunizieren.
Ein Vermächtnis emotionaler Intensität
'Sitzender halbakt geneigt mit langen Haaren' steht als Zeugnis für Alexej von Jawlenskys tiefgründige künstlerische Vision. Es ist ein Werk, das die Betrachter auch heute noch bewegt, nicht nur wegen seiner technischen Meisterschaft, sondern wegen seiner tief empfundenen emotionalen Intensität. Eine handgemalte Reproduktion dieses Stücks bietet die unvergleichliche Gelegenheit, die Kraft und Schönheit von Jawlenskys Kunst im eigenen Zuhause zu erleben – ein Fenster zur Seele eines der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts.
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Über den Künstler
Frühe Jahre und Ausbildung
Alexej von Jawlensky, ein bedeutender russischer Expressionist, wurde am 13. März (altem Stil) / 25. März (neuem Stil) 1864 in Torzhok, Russland, geboren. Als fünftes Kind von Georgi von Jawlensky und seiner Frau Alexandra (geborene Medwedewa) erlebte Alexej eine Kindheit geprägt von häufigen Umzügen, bevor die Familie schließlich im Alter von zehn Jahren nach Moskau zog. Seine genaue Geburtsdatum ist umstritten, wobei verschiedene Quellen unterschiedliche Jahreszahlen angeben, aber Recherchen deuten stark auf 1865 hin.Künstlerische Entwicklung und Einflüsse
Nach dem Abschluss seines Militärdienstes entwickelte Alexej eine Leidenschaft für die Malerei und besuchte 1880 die Moskauer Weltausstellung. Dank seiner gesellschaftlichen Verbindungen erhielt er eine Versetzung nach St. Petersburg, wo er von 1889 bis 1896 an der Kunstakademie studierte, während er weiterhin seinen Militärdienst verrichtete. In dieser Zeit lernte er Marianne von Werefkin kennen, eine wohlhabende Künstlerin, die seine Arbeit förderte und ihm ein komfortables Leben ermöglichte. 1894 zog er nach München und studierte unter Anton Ažbe. Seine Kunst wurde stark von Ferdinand Hodler, Jan Verkade und Paul Serusier beeinflusst, was zu einer Entwicklung hin zum Expressionismus führte.Wichtige Werke und Stilentwicklung
- Jawlenskys frühe Arbeiten zeichneten sich durch üppige, reiche Farben aus, die später in eine Abstraktion und einen vereinfachten, formalisierten Stil übergingen.
- Zu seinen bemerkenswertesten Werken zählen:
- Schokko mit rotem Hut (1909)
- Porträt von Alexander Sakharoff (1909)
- Violettes Turban (1911)
Bedeutung und Vermächtnis
Alexej von Jawlensky gilt als eine Schlüsselfigur des Expressionismus, insbesondere im Zusammenhang mit der Künstlergruppe Der Blaue Reiter. Seine Werke zeichnen sich durch die Verwendung kräftiger Farben und vereinfachter Formen aus, um Emotionen auszudrücken. Nach seiner Vertreibung aus Deutschland im Jahr 1914 zog er in die Schweiz, wo er Emmy Scheyer kennenlernte, die seine Arbeit in den Vereinigten Staaten förderte. Jawlensky starb am 15. März 1941 in Wiesbaden, Deutschland. Seine Werke sind heute in bedeutenden Museen auf der ganzen Welt zu sehen, darunter das Museum Ostwall in Dortmund und die Städtische Galerie im Lenbachhaus in München. Sein Einfluss auf die Entwicklung des abstrakten Expressionismus ist unbestreitbar.Spätere Jahre und Tod
Nach seiner Vertreibung aus Deutschland im Jahr 1914 zog Alexej in die Schweiz, wo er Emmy Scheyer kennenlernte, die seine Arbeit in den Vereinigten Staaten förderte. Alexej von Jawlensky verstarb am 15. März 1941 in Wiesbaden, Deutschland.Alexej von Jawlensky
1864 - 1941 , Russland
Kurzinfos
- Bekannte Werke:
- Schokko mit rotem Hut
- Porträt von Alexander Sakharoff
- Violette Turban
- Einflüsse:
- Anton Ažbe
- Ferdinand Hodler
- Jan Verkade
- Paul Sérusier
- Geburtsdatum: 25. März 1865
- Geburtsort: Torzhok, Russland
- Künstlerische Bewegung: Expressionismus
- Nationalität: Russisch-Deutsch
- Todatum: 15. März 1941
- Vollständiger Name: Alexej Georgewitsch von Jawlensky

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