Leipziger Straße mit elektrischer Straßenbahn
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Leipziger Straße mit elektrischer Straßenbahn
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Sammlerstück-Beschreibung
Leipziger Straße mit elektrischer Straßenbahn – Einblicke in ein expressionistisches Meisterwerk
- Titel: Leipziger Straße mit elektrischer Straßenbahn
- Künstler: Ernst Ludwig Kirchner
- Entstehungsjahr: 1914
Dieses Gemälde fängt einen Moment der urbanen Dynamik und gesellschaftlichen Veränderung im Berlin des frühen 20. Jahrhunderts ein. Die Leipziger Straße, eine belebte Verkehrsader, wird in Kirchners Darstellung zu einem Spiegelbild der Zeit – geprägt von Modernität, Hektik und einer unterschwelligen Melancholie.
Motiv und Schauplatz: Ein Wintertag in Berlin
Kirchner porträtiert die Leipziger Straße im Winter, bedeckt mit Schnee. Die Szene ist voller Leben: Menschen eilen entlang des Weges, eine elektrische Straßenbahn dominiert das Bild und symbolisiert den Fortschritt der Zeit. Die Architektur der Stadt bildet einen kühlen Hintergrund für das pulsierende Treiben.
Stil und Technik: Expressionistische Dynamik
Leipziger Straße mit elektrischer Straßenbahn ist ein Paradebeispiel für Kirchners expressionistischen Stil. Charakteristisch sind die kräftigen Pinselstriche, die verzerrten Formen und die intensive Farbpalette, die darauf abzielt, Emotionen auszudrücken statt eine realistische Darstellung zu liefern. Die Technik des Impastos – das Auftragen von Farbe in dicker Schicht – verleiht dem Bild eine greifbare Textur und Tiefe. Die Linienführung ist gestisch und dynamisch, was die Bewegung und Energie der Szene verstärkt. Die Perspektive ist leicht verzerrt, wodurch die Urbanität und Enge des Ortes betont werden.
Historischer Kontext: Berlin vor dem Ersten Weltkrieg
Entstanden 1914, kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs, spiegelt das Gemälde die Ängste und Unsicherheiten einer Nation am Rande des Krieges wider. Die moderne Infrastruktur, repräsentiert durch die elektrische Straßenbahn, steht im Kontrast zu der kalten, winterlichen Umgebung. Die Figuren wirken distanziert und verloren in der Großstadtlandschaft, was eine Atmosphäre der Entfremdung und Vorahnung erzeugt.
Symbolik und emotionale Wirkung
Das Gemälde ist reich an symbolischen Elementen. Der Schnee kann als Symbol für Isolation und Dringlichkeit interpretiert werden. Die elektrische Straßenbahn steht für Fortschritt, aber auch für die unaufhaltsame Geschwindigkeit des modernen Lebens. Die dargestellten Menschen – wartende Passagiere, eilende Fußgänger – wirken anonym und entfremdet, was ein Gefühl der Einsamkeit in der urbanen Umgebung verstärkt. Insgesamt erzeugt Kirchners Werk eine Atmosphäre von Kälte, Bewegung und einer subtilen Melancholie.
Über den Künstler: Ernst Ludwig Kirchner
- Geboren: 6. Mai 1880 in Aschaffenburg
- Gestorben: 15. Juni 1938 in Davos, Schweiz
- Bekannt für: Expressionistische Gemälde und Drucke, Mitbegründer der Künstlergruppe "Die Brücke"
Kirchner war eine Schlüsselfigur des deutschen Expressionismus und seine Werke spiegeln die sozialen und politischen Umwälzungen seiner Zeit wider. Seine Fähigkeit, Emotionen durch Farbe und Form auszudrücken, macht ihn zu einem bedeutenden Künstler des 20. Jahrhunderts.
Ähnliche Kunstwerke
Über den Künstler
Ernst Ludwig Kirchner: Leben und Vermächtnis
Frühes Leben und Ausbildung
Ernst Ludwig Kirchner, eine zentrale Figur des deutschen Expressionismus, wurde am 6. Mai 1880 in Aschaffenburg, Bayern, geboren. Sein Familienhintergrund – preußischer Herkunft väterlicherseits und hugenottische Abstammung mütterlicherseits – prägte seine künstlerische Identität maßgeblich. Häufige Umzüge während seiner Kindheit – aufgrund der Stellensuche seines Vaters – führten dazu, dass Kirchner Schulen in Frankfurt und Perlen besuchte, bevor er sich mit seiner Familie in Chemnitz niederließ, als sein Vater eine Position an der örtlichen Technischen Hochschule annahm.
Im Jahr 1901 begann Kirchner ein Studium der Architektur an der Königlichen Technischen Hochschule (RTH) in Dresden. Er wandte sich jedoch bald der Malerei zu und fand Inspiration in den Werken von Künstlern wie Albrecht Dürer, wobei er zusammen mit seinem Freund Fritz Bleyl eine radikale Kunstauffassung entwickelte.
Gründung von Die Brücke
Ein Wendepunkt in Kirchners Karriere war die Gründung von Die Brücke („Die Brücke“) im Jahr 1905, zu der er sich mit Bleyl, Karl Schmidt-Rottluff und Erich Heckel zusammenschloss. Diese Gruppe strebte danach, die Kluft zwischen traditionellen akademischen Stilen und einer emotional aufgeladenen, modernen Form des Ausdrucks zu überbrücken. Sie suchten Inspiration in primitiver Kunst, insbesondere aus Afrika und Ozeanien, sowie in den Werken von Vincent van Gogh und Edvard Munch.
Künstlerischer Stil und Haupteigenschaften
Kirchners künstlerischer Stil zeichnet sich durch kräftige Farben, expressive Pinselstriche und oft verstörende Kompositionen aus. Er stellte häufig urbane Szenen dar und porträtierte so die Entfremdung und Ängste des modernen Lebens im frühen 20. Jahrhundert in Deutschland. Seine Werke umfassen auch eine bedeutende Anzahl von Aktzeichnungen in natürlichen Landschaften, die seine Faszination für Bewegung und Form zeigen.
- Kräftige Farbpaletten: Kirchner setzte lebendige, oft nicht-naturalistische Farben ein, um Emotionen zu vermitteln.
- Expressiver Pinselstrich: Seine Pinselstriche sind energiegeladen und sichtbar und tragen so zur emotionalen Intensität seiner Gemälde bei.
- Verzerrte Formen: Figuren und Objekte werden oft verzerrt oder verlängert, was eine subjektive anstelle einer objektiven Realität widerspiegelt.
- Urbanes Thema: Viele seiner Werke zeigen belebte Stadtstraßen und die psychologischen Auswirkungen des modernen urbanen Lebens.
Wichtige Werke und Errungenschaften
Zu Kirchners bedeutendsten Werken gehören:
- Die Straße (1908) – Eine typische Darstellung des Berliner Straßenlebens, die seine Energie und Entfremdung einfängt.
- Tanzende Springerin, Gret Palucca (1912) – Zeigt sein Interesse an ausdrucksvoller Bewegung und der menschlichen Form.
- Selbstbildnis mit einer Modellin (1910) - Ein eindrucksvolles Beispiel für seine Selbsterkundung durch Kunst.
- Fünf Frauen auf der Straße (1913)
Späteres Leben, Herausforderungen und Vermächtnis
Kirchners Leben war von persönlichen Turbulenzen geprägt. Er erlitt während des Ersten Weltkriegs einen psychischen Zusammenbruch und zog sich daraufhin nach die Schweiz zurück. Der Aufstieg des Nationalsozialismus brachte weitere Not mit sich; über 600 seiner Werke wurden beschlagnahmt und als "entartete Kunst" gebrandmarkt. Kirchner beging im Juni 1938 in Davos, Schweiz, unter dem Druck von Verfolgung und gesundheitlichem Niedergang tragischerweise Selbstmord.
Trotz dieses tragischen Endes lebt Ernst Ludwig Kirchners Vermächtnis fort. Er bleibt eine zentrale Figur des deutschen Expressionismus und beeinflusst mit seinem kühnen Stil und seinen emotional aufgeladenen Darstellungen des modernen Lebens Generationen von Künstlern. Seine Werke werden weiterhin in wichtigen Museen auf der ganzen Welt ausgestellt und sind bei Sammlern sehr begehrt.
Einflüsse & Wirkung
Beeinflusst von: Albrecht Dürer, Vincent van Gogh, Edvard Munch, Primitive Kunst (Afrikanisch & Ozeanisch)
Beeinflusste: Kirchners Werk hatte einen tiefgreifenden Einfluss auf nachfolgende Generationen von Expressionisten und Modernen Künstlern. Seine Erforschung psychologischer Themen und seine innovative Verwendung von Farbe und Form inspirieren bis heute zeitgenössische Kunstpraktiken.
Ernst Ludwig Kirchner
1880 - 1938 , Deutschland
Kurzinfos
- Beeinflusste Künstler:
- Expressionistische Künstler
- Moderne Künstler
- Bemerkenswerte Werke:
- Die Straße
- Tanzende Gret Palucca
- Selbstbildnis mit Modell
- Fünf Frauen auf der Straße
- Geburtsdatum: 6. Mai 1880
- Geburtsort: Aschaffenburg, Deutschland
- Künstlerische Bewegung: Expressionismus, Die Brücke
- Künstlerische Einflüsse:
- Albrecht Dürer
- Vincent van Gogh
- Edvard Munch
- Nationalität: Deutsch
- Todestag: 15. Juni 1938
- Vollständiger Name: Ernst Ludwig Kirchner




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