Zwei Frauen auf der Straße
Giclée / Kunstdruck
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Zwei Frauen auf der Straße
Giclée / Kunstdruck
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Sammlerstück-Beschreibung
Zwei Frauen auf der Straße: Eine Momentaufnahme des expressionistischen Berlins
Das Gemälde „Zwei Frauen auf der Straße“, geschaffen von Ernst Ludwig Kirchner im Jahr 1914, steht als fesselndes Zeugnis für den turbulenten Geist des deutschen Expressionismus und als eindringliche Darstellung des städtischen Lebens in seinen prägenden Jahren. Es ist weit mehr als nur die Abbildung zweier Gestalten, die eine Stadtstraße durchqueren; es ist eine sorgfältig konstruierte visuelle Erzählung, die vor symbolischer Resonanz strotzt und die Ängste widerspiegelt, die der europäischen Gesellschaft zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts innewohnten.Stil und Technik: Verzerrung als Ausdruck von Emotion
Kirchners unverwechselbarer Stil – geprägt durch flächige Perspektiven, kantige Linien und schrille Farbpaletten – wird in „Zwei Frauen auf der Straße“ sofort ersichtlich. Im Gegensatz zum akribischen Realismus, den die akademischen Kunsthochschulen vertraten, verzichtete Kirchner bewusst auf Genauigkeit zugunsten der Vermittlung innerer emotionaler Zustände. Die Figuren selbst sind mit übertriebenen Proportionen und vereinfachten Formen dargestellt; ihren Gesichtern fehlen erkennbare Merkmale, was ein Gefühl der Anonymität betont und die Entfremdung widerspiegelt, die viele Menschen in der wachsenden Metropole empfanden. Kirchner verwendete Ölfarben auf Leinwand und setzte einen dicken Impasto ein – eine Technik mit stark texturierten Pinselstrichen –, um die visuelle Wirkung zu verstärken und dem Gemälde eine spürbare Physis zu verleihen. Die dominierenden Farbtöne – gedämpfte Braun- und Schwarztöne, durchbrochen von Spritzern in Karmesinrot und Zitronengelb – dienen nicht bloß als beschreibende Elemente, sondern tragen aktiv zur allgemeinen Stimmung der Unruhe und Spannung bei.Historischer Kontext: Die Angst der Weimarer Zeit
„Zwei Frauen auf der Straße“ entstand im Kontext der Ära, die durch politische Instabilität, wirtschaftliche Not und sozialen Umbruch nach Deutschlands Niederlage im Ersten Weltkrieg geprägt war. Die expressionistische Bewegung entstand als Reaktion auf diesen Druck und suchte danach, das psychologische Trauma der Künstler und Intellektuellen auszudrücken, die mit Desillusionierung und Unsicherheit zu kämpfen hatten. Kirchners Darstellung von Frauen – oft als Repräsentation von Weiblichkeit und Verletzlichkeit interpretiert – findet in diesem Zusammenhang eine kraftvolle Resonanz. Sie verkörpern einen stillen Widerstand inmitten des Chaos des städtischen Daseins und deuten auf Resilienz sowie die Weigerung hin, gesellschaftlichen Erwartungen zu erliegen. Das Gemälde fängt das allgegenwärtige Gefühl der Orientierungslosigkeit ein, das das Berlin dieser Zeit charakterisierte, in dem traditionelle Werte mit modernistischen Impulsen kollidierten.Symbolik: Farbe und Form als emotionale Gefäße
Der strategische Einsatz von Farbe ist entscheidend für das Verständnis der symbolischen Bedeutung von „Zwei Frauen auf der Straße“. Der karmesinrote Mantel, den eine Frau trägt, symbolisiert Leidenschaft und Vitalität – ein trotziges Statement gegen die Trostlosigkeit der Umgebung. Im Gegensatz dazu steht der gelbe Mantel für Optimismus und Hoffnung, wenn auch gedämpft durch Beklemmung. Kirchners verzerrte Formen verstärken diese emotionalen Themen; sie brechen mit konventionellen visuellen Regeln, um den Betrachter zu zwingen, sich mit unbequemen Wahrheiten der menschlichen Erfahrung auseinanderzusetzen. Die Positionierung der Figuren – einander zugewandt und doch scheinbar fern – unterstreicht die Schwierigkeit echter Verbindung in einer fragmentierten Gesellschaft.Emotionale Wirkung: Ein in der Zeit eingefrorener Moment
Letztendlich gelingt es „Zwei Frauen auf der Straße“, eine tiefgreifende emotionale Reaktion hervorzurufen. Es ist nicht bloß eine Beobachtung der Realität, sondern eine Internalisierung psychischer Unruhe – eine viszerale Darstellung von Angst und Entfremdung. Das Gemälde regt zur Kontemplation über die menschliche Existenz an und fordert den Betrachter auf, Themen wie Isolation, Verletzlichkeit und den Kampf um Bedeutung inmitten gesellschaftlicher Zwänge zu reflektieren. Kirchners meisterhafte Technik stellt sicher, dass diese emotionale Resonanz über Generationen hinweg bestehen bleibt und „Zwei Frauen auf der Straße“ als ein dauerhaftes Meisterwerk der expressionistischen Kunst und als eine fesselnde Reflexion seiner Ära festigt.- Ort: Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf
- Künstler: Ernst Ludwig Kirchner (1880 – 1938)
Ähnliche Kunstwerke
Über den Künstler
Ernst Ludwig Kirchner: Leben und Vermächtnis
Frühes Leben und Ausbildung
Ernst Ludwig Kirchner, eine zentrale Figur des deutschen Expressionismus, wurde am 6. Mai 1880 in Aschaffenburg, Bayern, geboren. Sein Familienhintergrund – preußischer Herkunft väterlicherseits und hugenottische Abstammung mütterlicherseits – prägte seine künstlerische Identität maßgeblich. Häufige Umzüge während seiner Kindheit – aufgrund der Stellensuche seines Vaters – führten dazu, dass Kirchner Schulen in Frankfurt und Perlen besuchte, bevor er sich mit seiner Familie in Chemnitz niederließ, als sein Vater eine Position an der örtlichen Technischen Hochschule annahm.
Im Jahr 1901 begann Kirchner ein Studium der Architektur an der Königlichen Technischen Hochschule (RTH) in Dresden. Er wandte sich jedoch bald der Malerei zu und fand Inspiration in den Werken von Künstlern wie Albrecht Dürer, wobei er zusammen mit seinem Freund Fritz Bleyl eine radikale Kunstauffassung entwickelte.
Gründung von Die Brücke
Ein Wendepunkt in Kirchners Karriere war die Gründung von Die Brücke („Die Brücke“) im Jahr 1905, zu der er sich mit Bleyl, Karl Schmidt-Rottluff und Erich Heckel zusammenschloss. Diese Gruppe strebte danach, die Kluft zwischen traditionellen akademischen Stilen und einer emotional aufgeladenen, modernen Form des Ausdrucks zu überbrücken. Sie suchten Inspiration in primitiver Kunst, insbesondere aus Afrika und Ozeanien, sowie in den Werken von Vincent van Gogh und Edvard Munch.
Künstlerischer Stil und Haupteigenschaften
Kirchners künstlerischer Stil zeichnet sich durch kräftige Farben, expressive Pinselstriche und oft verstörende Kompositionen aus. Er stellte häufig urbane Szenen dar und porträtierte so die Entfremdung und Ängste des modernen Lebens im frühen 20. Jahrhundert in Deutschland. Seine Werke umfassen auch eine bedeutende Anzahl von Aktzeichnungen in natürlichen Landschaften, die seine Faszination für Bewegung und Form zeigen.
- Kräftige Farbpaletten: Kirchner setzte lebendige, oft nicht-naturalistische Farben ein, um Emotionen zu vermitteln.
- Expressiver Pinselstrich: Seine Pinselstriche sind energiegeladen und sichtbar und tragen so zur emotionalen Intensität seiner Gemälde bei.
- Verzerrte Formen: Figuren und Objekte werden oft verzerrt oder verlängert, was eine subjektive anstelle einer objektiven Realität widerspiegelt.
- Urbanes Thema: Viele seiner Werke zeigen belebte Stadtstraßen und die psychologischen Auswirkungen des modernen urbanen Lebens.
Wichtige Werke und Errungenschaften
Zu Kirchners bedeutendsten Werken gehören:
- Die Straße (1908) – Eine typische Darstellung des Berliner Straßenlebens, die seine Energie und Entfremdung einfängt.
- Tanzende Springerin, Gret Palucca (1912) – Zeigt sein Interesse an ausdrucksvoller Bewegung und der menschlichen Form.
- Selbstbildnis mit einer Modellin (1910) - Ein eindrucksvolles Beispiel für seine Selbsterkundung durch Kunst.
- Fünf Frauen auf der Straße (1913)
Späteres Leben, Herausforderungen und Vermächtnis
Kirchners Leben war von persönlichen Turbulenzen geprägt. Er erlitt während des Ersten Weltkriegs einen psychischen Zusammenbruch und zog sich daraufhin nach die Schweiz zurück. Der Aufstieg des Nationalsozialismus brachte weitere Not mit sich; über 600 seiner Werke wurden beschlagnahmt und als "entartete Kunst" gebrandmarkt. Kirchner beging im Juni 1938 in Davos, Schweiz, unter dem Druck von Verfolgung und gesundheitlichem Niedergang tragischerweise Selbstmord.
Trotz dieses tragischen Endes lebt Ernst Ludwig Kirchners Vermächtnis fort. Er bleibt eine zentrale Figur des deutschen Expressionismus und beeinflusst mit seinem kühnen Stil und seinen emotional aufgeladenen Darstellungen des modernen Lebens Generationen von Künstlern. Seine Werke werden weiterhin in wichtigen Museen auf der ganzen Welt ausgestellt und sind bei Sammlern sehr begehrt.
Einflüsse & Wirkung
Beeinflusst von: Albrecht Dürer, Vincent van Gogh, Edvard Munch, Primitive Kunst (Afrikanisch & Ozeanisch)
Beeinflusste: Kirchners Werk hatte einen tiefgreifenden Einfluss auf nachfolgende Generationen von Expressionisten und Modernen Künstlern. Seine Erforschung psychologischer Themen und seine innovative Verwendung von Farbe und Form inspirieren bis heute zeitgenössische Kunstpraktiken.
Ernst Ludwig Kirchner
1880 - 1938 , Deutschland
Kurzinfos
- Beeinflusste Künstler:
- Expressionistische Künstler
- Moderne Künstler
- Bemerkenswerte Werke:
- Die Straße
- Tanzende Gret Palucca
- Selbstbildnis mit Modell
- Fünf Frauen auf der Straße
- Geburtsdatum: 6. Mai 1880
- Geburtsort: Aschaffenburg, Deutschland
- Künstlerische Bewegung: Expressionismus, Die Brücke
- Künstlerische Einflüsse:
- Albrecht Dürer
- Vincent van Gogh
- Edvard Munch
- Nationalität: Deutsch
- Todestag: 15. Juni 1938
- Vollständiger Name: Ernst Ludwig Kirchner




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