In der Hitze des Tages (auch bekannt als Frau mit Schweinen)
Öl auf Leinwand
Wandkunst
Post-Impressionism
1888
19. Jahrhundert
73.0 x 92.0 cm
Handgefertigte Ölreproduktion
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In der Hitze des Tages (auch bekannt als Frau mit Schweinen)
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Gesamtpreis
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Die Entstehung eines legendären Bildes
Paul Gauguins “In der Glut des Tages” (auch bekannt als “Frau mit Schweinen”) ist mehr als nur ein Gemälde; es ist eine Fenster in die Seele eines Künstlers, der sich von der bürgerlichen Welt abwandte und nach einer authentischen Darstellung der Natur und menschlicher Existenz suchte. Gemalt im Jahr 1888, während Gauguin sich in Tahiti befand, verkörpert dieses Werk den Höhepunkt seiner künstlerischen Entwicklung und spiegelt die turbulenten Gefühle wider, die ihn in dieser Phase begleiteten. Die Leinwand misst 73 x 92 cm und ist ein eindrucksvolles Beispiel für seine charakteristische Farbgebung und seinen expressiven Pinselstrich. Die Geschichte hinter dem Bild ist ebenso faszinierend wie das Gemälde selbst: Gauguin, der sich zunehmend von den Konventionen des Impressionismus distanzierte, suchte nach einer neuen künstlerischen Sprache – eine Sprache, die Emotionen und innere Zustände direkt ausdrücken konnte. “In der Glut des Tages” war Teil dieser Suche, ein Versuch, die Essenz eines Augenblicks einzufangen.
Der Nabis-Kreis und seine Einflüsse
Gauguin war eng mit dem Nabis-Kunstkreis verbunden, einer Gruppe junger französischer Künstler, die sich ab 1888 in Paris bildeten. Der Nabis, was so viel bedeutet wie “Vorahnung”, strebte danach, die traditionellen Kunstformen zu hinterfragen und neue Wege zur Darstellung der Realität zu finden. Sie orientierten sich an religiösen Symbolen, Mythologie und dem Orient, um ihre Werke zu gestalten. Pierre Bonnard, Maurice Denis und Paul Ranson waren prominente Mitglieder des Nabis-Kreises – Künstler, die Gauguin in seinen künstlerischen Experimenten inspirieren und beeinflussen sollte. Die Nabis-Ästhetik zeichnet sich durch eine reduzierte Farbpalette, symbolische Motive und eine Tendenz zur Abstraktion aus. Gauguins “In der Glut des Tages” ist ein deutliches Beispiel für diese Einflüsse, insbesondere in Bezug auf die Verwendung von Farben und die Betonung von Emotionen.
Symbolik und Ausdruck: Eineinhalb Frauen
Das Gemälde zeigt eine Frau, die sich auf dem Rücken in einem Feld auslegt, umgeben von Heuhaufen und Erde. Zwei Hunde sind anwesend – einer befindet sich im oberen rechten Bereich und der andere am unteren linken Rand. Im Hintergrund ist ein Pferd zu sehen, das sich links im Bild befindet. Die Frau trägt einen Hut, der eine interessante Detail hinzu fügt. Die Anordnung der Figuren und die Umgebung erzeugen ein Gefühl von Ruhe und Verbundenheit mit der Natur. Die Frau selbst wird oft als “Frau mit Schweinen” bezeichnet, was jedoch irreführend ist. Tatsächlich sind die Schweine nicht Teil des Bildes; es handelt sich um eine Fehlinterpretation, die durch die ungewöhnliche Pose der Frau entstanden ist. Die Komposition und die Farbgebung deuten auf eine tiefergehende Bedeutung hin – eine Darstellung von Weiblichkeit, Stärke und spiritueller Verbindung zur Erde. Die Verwendung von warmen Farben verstärkt das Gefühl von Wärme und Geborgenheit.
Technik und Stil: Gauguins revolutionäre Pinselweise
Gauguin verwendete in “In der Glut des Tages” eine lebendige Farbpalette und einen kraftvollen, expressiven Pinselstrich. Seine Technik ist geprägt von dicken Farbschichten, die oft direkt aus der Tube aufgetragen wurden – ein Verfahren, das er von Vincent van Gogh übernommen hatte. Diese Technik verleiht dem Gemälde eine dynamische Qualität und betont die Emotionen des Künstlers. Die Verwendung von Kontrasten zwischen Licht und Schatten sowie die verzerrte Darstellung der Formen sind typisch für Gauguins postimpressionistische Stilrichtung. Er brach mit den traditionellen Regeln der Perspektive und des Realismus, um seine subjektive Wahrnehmung der Welt auszudrücken. “In der Glut des Tages” ist somit ein Schlüsselwerk, das Gauguins revolutionäre künstlerische Vision veranschaulicht.
Ähnliche Kunstwerke
Über den Künstler
Eugène Henri Paul Gauguin: Ein Leben in Farbe und Symbolik
Frühes Leben und Hintergrund
- Geboren am 7. Juni 1848 in Paris, Frankreich, war Eugène Henri Paul Gauguin eine komplexe Persönlichkeit, die von einer ungewöhnlichen Erziehung geprägt war.
- Sein Vater war Journalist, und seine Mutter stammte aus einer Familie mit peruanischen Wurzeln – ihre Großmutter, Flora Tristan, war eine Pionierin der feministischen und sozialistischen Schriftstellerin.
- Im Jahr 1850 zog die Familie nach Peru, wo Gauguin vier prägende Jahre in einer anderen Kultur verbrachte. Diese Erfahrung beeinflusste seine Kunst später nachhaltig.
- Nach dem Tod seines Vaters kehrte Gauguin nach Frankreich zurück und erhielt eine formale Ausbildung, wählte aber schließlich eine Karriere als Börsenmakler.
Von Börsenmakler zum Künstler
- Gauguin begann in seiner Freizeit zu malen, wobei er zunächst von den Impressionisten beeinflusst wurde.
- Eine Finanzkrise im Jahr 1882 veranlasste ihn, seine Geschäftskarriere aufzugeben und sich voll und ganz der Kunst zu widmen.
- Er studierte bei Camille Pissarro, der seine künstlerische Entwicklung förderte und ihn mit anderen avantgardistischen Malern bekannt machte.
Künstlerische Entwicklung und Einflüsse
- Gauguins frühe Werke spiegelten impressionistische Techniken wider, aber er suchte bald einen ausdrucksstärkeren und symbolischen Stil.
- Er experimentierte mit kräftigen Farben, flachen Formen und vereinfachten Kompositionen und weicht von den Naturalismen des Impressionismus ab.
- Seine Reisen nach Brittany, Martinique und schließlich nach Tahiti waren entscheidend für die Gestaltung seiner künstlerischen Vision. Er suchte einen „primitiveren“ Lebenswandel, in dem er eine größere spirituelle Authentizität glaubte.
- Er war von japanischen Holzschnitten (Japonismus) und mittelalterlicher Kunst beeinflusst, die zu seinem unverwechselbaren Ästhetik beitrugen.
Tahitianische Periode und wichtige Werke
- Gauguin kam im Jahr 1891 nach Tahiti, um Zuflucht vor der europäischen Zivilisation und Inspiration aus der polynesischen Kultur zu suchen.
- Diese Zeit markierte den Höhepunkt seiner künstlerischen Kreativität und führte zu ikonischen Gemälden wie “Vahine no te miti”, “Manao Tupapau” (Beobachtet vom Geist der Toten) und “The Day of Gods”.
- Seine tahitianischen Werke sind durch leuchtende Farben, exotische Themen und ein Gefühl von Mysterium und Spiritualität geprägt.
- Er stellte oft polynesische Frauen, Landschaften und religiöse Überzeugungen dar und interpretierte sie durch seine eigene symbolische Linse.
Spätere Jahre und Kämpfe
- Gauguin hatte während seiner Zeit in Tahiti und später auf den Marquesasinseln finanzielle Schwierigkeiten und Gesundheitsprobleme.
- Trotz dieser Herausforderungen malte er weiterhin produktiv und erkundete Themen wie Leben, Tod und Spiritualität.
- Er starb am 8. Mai 1903 auf der Insel Hiva Oa in den Marquesasinseln.
Vermächtnis und historische Bedeutung
- Gauguins Werk wurde während seines Lebens weitgehend unerkannt, erlangte aber nach seinem Tod posthumane Anerkennung.
- Er gilt heute als eine zentrale Figur in der Entwicklung der modernen Kunst, die die Lücke zwischen Impressionismus und Symbolismus schloss.
- Seine Verwendung von Farbe, vereinfachten Formen und symbolischen Bildern beeinflusste zahlreiche Künstler, darunter Pablo Picasso, Henri Matisse und die Fauves.
- Gauguins Erforschung „primitiver“ Kulturen und seine Ablehnung westlicher künstlerischer Konventionen werden bis heute debattiert und neu interpretiert.
- Er bleibt eine umstrittene Figur aufgrund bestimmter Aspekte seines Privatlebens, aber sein künstlerischer Beitrag ist unbestreitbar.
Eugène Henri Paul Gauguin
1848 - 1903 , Frankreich
Kurzinfos
- Artistic Movement Or Style: Post-Impressionismus, Symbolismus
- Artists Or Movements Influenced By This Artist:
- Pablo Picasso
- Henri Matisse
- Artists Who Influenced This Artist: ['Camille Pissarro']
- Date Of Birth: 7. Juni 1848
- Date Of Death: 8. Mai 1903
- Full Name: Eugène Henri Paul Gauguin
- Nationality: Französisch
- Notable Artworks:
- Vahine no te miti
- Manao Tupapau
- Der Tag der Götter
- Place Of Birth: Paris, Frankreich

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