Mensch pflückt Früchte von einem Baum
Öl auf Leinwand
Wandkunst
Post-Impressionism
1897
19. Jahrhundert
92.0 x 72.0 cm
Giclée / Kunstdruck
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Ein Hauch von Paradies: Paul Gauguins ‘Man Picking Fruit from a Tree’
Paul Gauguins ‘Man Picking Fruit from a Tree’, geschaffen 1897, ist weit mehr als nur eine Darstellung einer Szene aus dem tropischen Ausland. Es ist ein Fenster in die Seele eines Künstlers, der sich von den Konventionen seiner Zeit emanzipierte und mit Farbe und Symbolik eine neue Sprache der Kunst erschuf. Dieses Gemälde, das im Musée d’Orsay in Paris hängt, verkörpert die Essenz des Post-Impressionismus – eine Bewegung, die Gauguin maßgeblich prägte und gleichzeitig von ihm verlassen wurde. Die Leinwand entfaltet sich in warmen, leuchtenden Tönen, ein Beweis für Gauguins revolutionäre Herangehensweise an das Farbenspiel. Er verzichtete auf die nüchternen Beobachtungen des Impressionismus zugunsten einer expressiven Darstellung, die Emotionen und innere Zustände widerspiegelt.
Das Bild zeigt einen Mann, der sich unter einem üppigen Baum befindet, seine Arme erhoben in Richtung Himmel. Er pflückt Früchte – vermutlich Bananen oder Äpfel – die den Boden bedecken und eine Aura von Überfluss und Frieden ausstrahlen. Im Hintergrund ist eine weitere Gestalt erkennbar, während ein Hund im unteren linken Bereich des Bildes verspielt umherstreift. Diese scheinbare Einfachheit verbirgt jedoch eine tiefere Bedeutung. Gauguin war fasziniert von den Kulturen der Südsee und sah in ihnen eine Authentizität, die er in der westlichen Welt vermisste. Die Szene ist somit eine Allegorie auf die Suche nach Harmonie mit der Natur und dem Verlust der Unschuld – ein Thema, das sich wiederholt in seinen Werken findet.
Post-Impressionismus: Ein Bruch mit Tradition
‘Man Picking Fruit from a Tree’ ist ein Paradebeispiel für den Post-Impressionismus. Nach dem Impressionismus, der die flüchtige Wirkung von Licht und Farbe auf der Leinwand festhielt, suchten die Post-Impressionisten nach einer tieferen Bedeutung in ihren Werken. Sie experimentierten mit intensiven Farben, verzerrten Formen und emotionaler Intensität – alles Elemente, die in Gauguins Gemälde deutlich erkennbar sind. Die Verwendung von leuchtenden Gelbtönen, Rottönen und Grüntönen ist nicht nur ästhetisch ansprechend, sondern auch Ausdruck von Emotionen und einer inneren Sehnsucht. Gauguin brach bewusst mit den Regeln der Perspektive und des Realismus, um seine subjektive Wahrnehmung der Welt darzustellen.
Paul Gauguin: Ein Pionier der modernen Kunst
Paul Gauguin (1848-1903) war ein Künstler von außergewöhnlicher Intensität und Originalität. Seine Reise nach Tahiti in den 1890er Jahren markierte einen Wendepunkt in seiner künstlerischen Entwicklung. Dort fand er eine neue Welt, die ihn inspirierte, seine Visionen auf der Leinwand auszudrücken. Seine Werke sind geprägt von einer Mischung aus Realismus und Fantasie, einer Auseinandersetzung mit Mythologie und Spiritualität. Gauguin war ein Meister der Symbolik und verwendete Farben und Formen, um komplexe Ideen und Emotionen zu vermitteln. ‘Man Picking Fruit from a Tree’ ist ein eindrucksvolles Beispiel für seine Fähigkeit, eine Geschichte in einem einzigen Bild zu erzählen.
Die Technik: Öl auf Leinwand
Das Gemälde wurde in Öl auf Leinwand ausgeführt, was Gauguin ermöglichte, mit einer Vielzahl von Farben und Texturen zu experimentieren. Er verwendete dicke Pinselstriche, um die Oberfläche der Leinwand zu strukturieren und eine plastische Wirkung zu erzeugen. Die Details sind bewusst reduziert, wodurch die Atmosphäre und die Emotionen des Bildes in den Vordergrund treten. Die Technik ist geprägt von einer direkten, spontanen Malweise, die Gauguins innere Empfindungen widerspiegelt.
Ähnliche Kunstwerke
Über den Künstler
Eugène Henri Paul Gauguin: Ein Leben in Farbe und Symbolik
Frühes Leben und Hintergrund
- Geboren am 7. Juni 1848 in Paris, Frankreich, war Eugène Henri Paul Gauguin eine komplexe Persönlichkeit, die von einer ungewöhnlichen Erziehung geprägt war.
- Sein Vater war Journalist, und seine Mutter stammte aus einer Familie mit peruanischen Wurzeln – ihre Großmutter, Flora Tristan, war eine Pionierin der feministischen und sozialistischen Schriftstellerin.
- Im Jahr 1850 zog die Familie nach Peru, wo Gauguin vier prägende Jahre in einer anderen Kultur verbrachte. Diese Erfahrung beeinflusste seine Kunst später nachhaltig.
- Nach dem Tod seines Vaters kehrte Gauguin nach Frankreich zurück und erhielt eine formale Ausbildung, wählte aber schließlich eine Karriere als Börsenmakler.
Von Börsenmakler zum Künstler
- Gauguin begann in seiner Freizeit zu malen, wobei er zunächst von den Impressionisten beeinflusst wurde.
- Eine Finanzkrise im Jahr 1882 veranlasste ihn, seine Geschäftskarriere aufzugeben und sich voll und ganz der Kunst zu widmen.
- Er studierte bei Camille Pissarro, der seine künstlerische Entwicklung förderte und ihn mit anderen avantgardistischen Malern bekannt machte.
Künstlerische Entwicklung und Einflüsse
- Gauguins frühe Werke spiegelten impressionistische Techniken wider, aber er suchte bald einen ausdrucksstärkeren und symbolischen Stil.
- Er experimentierte mit kräftigen Farben, flachen Formen und vereinfachten Kompositionen und weicht von den Naturalismen des Impressionismus ab.
- Seine Reisen nach Brittany, Martinique und schließlich nach Tahiti waren entscheidend für die Gestaltung seiner künstlerischen Vision. Er suchte einen „primitiveren“ Lebenswandel, in dem er eine größere spirituelle Authentizität glaubte.
- Er war von japanischen Holzschnitten (Japonismus) und mittelalterlicher Kunst beeinflusst, die zu seinem unverwechselbaren Ästhetik beitrugen.
Tahitianische Periode und wichtige Werke
- Gauguin kam im Jahr 1891 nach Tahiti, um Zuflucht vor der europäischen Zivilisation und Inspiration aus der polynesischen Kultur zu suchen.
- Diese Zeit markierte den Höhepunkt seiner künstlerischen Kreativität und führte zu ikonischen Gemälden wie “Vahine no te miti”, “Manao Tupapau” (Beobachtet vom Geist der Toten) und “The Day of Gods”.
- Seine tahitianischen Werke sind durch leuchtende Farben, exotische Themen und ein Gefühl von Mysterium und Spiritualität geprägt.
- Er stellte oft polynesische Frauen, Landschaften und religiöse Überzeugungen dar und interpretierte sie durch seine eigene symbolische Linse.
Spätere Jahre und Kämpfe
- Gauguin hatte während seiner Zeit in Tahiti und später auf den Marquesasinseln finanzielle Schwierigkeiten und Gesundheitsprobleme.
- Trotz dieser Herausforderungen malte er weiterhin produktiv und erkundete Themen wie Leben, Tod und Spiritualität.
- Er starb am 8. Mai 1903 auf der Insel Hiva Oa in den Marquesasinseln.
Vermächtnis und historische Bedeutung
- Gauguins Werk wurde während seines Lebens weitgehend unerkannt, erlangte aber nach seinem Tod posthumane Anerkennung.
- Er gilt heute als eine zentrale Figur in der Entwicklung der modernen Kunst, die die Lücke zwischen Impressionismus und Symbolismus schloss.
- Seine Verwendung von Farbe, vereinfachten Formen und symbolischen Bildern beeinflusste zahlreiche Künstler, darunter Pablo Picasso, Henri Matisse und die Fauves.
- Gauguins Erforschung „primitiver“ Kulturen und seine Ablehnung westlicher künstlerischer Konventionen werden bis heute debattiert und neu interpretiert.
- Er bleibt eine umstrittene Figur aufgrund bestimmter Aspekte seines Privatlebens, aber sein künstlerischer Beitrag ist unbestreitbar.
Eugène Henri Paul Gauguin
1848 - 1903 , Frankreich
Kurzinfos
- Artistic Movement Or Style: Post-Impressionismus, Symbolismus
- Artists Or Movements Influenced By This Artist:
- Pablo Picasso
- Henri Matisse
- Artists Who Influenced This Artist: ['Camille Pissarro']
- Date Of Birth: 7. Juni 1848
- Date Of Death: 8. Mai 1903
- Full Name: Eugène Henri Paul Gauguin
- Nationality: Französisch
- Notable Artworks:
- Vahine no te miti
- Manao Tupapau
- Der Tag der Götter
- Place Of Birth: Paris, Frankreich

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