Wir beten dich Maria an, Metropolit
Öl auf Leinwand
Wandkunst
Post-Impressionismus
1891
19. Jahrhundert
114.0 x 88.0 cm
Handgefertigte Ölreproduktion
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Wir beten dich Maria an, Metropolit
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Die Entstehung eines Tropenbildes: Paul Gauguins „We Hail Thee Mary“
Paul Gauguins Gemälde „We Hail Thee Mary“, geschaffen im Jahr 1891, ist weit mehr als eine simple religiöse Darstellung. Es ist ein pulsierendes Fenster in eine andere Welt – eine Welt von tropischer Pracht, spiritueller Suche und dem Aufbruch eines Künstlers aus dem Korsett der europäischen Tradition. Dieses Werk, das im Metropolitan Museum of New York hängt, verkörpert den Höhepunkt des Gauguin’schen Synthetismus, einer künstlerischen Haltung, die sich bewusst von der naturalistischen Beobachtung der Impressionisten abwendet. Stattdessen strebt Gauguin nach einer Ausdrucksform, die die Emotionen und das Wesen eines Motivs unmittelbar einfängt – eine Art „Seelenmalerei“, wie er sie selbst nannte.
Die Szene entfaltet sich in einem üppigen tropischen Garten, dessen Farben so intensiv sind, dass sie fast greifbar wirken. Bananen und Äpfel, symbolisch für Fruchtbarkeit und Leben, liegen verstreut auf dem Boden, während die Sonne durch das dichte Blätterdach bricht und den Raum in ein warmes, goldenes Licht taucht. Doch es ist nicht nur die exotische Landschaft, die Aufmerksamkeit erregt; im Mittelpunkt steht eine Gruppe von Frauen und Männern, deren Gesten und Blicke eine tiefe Geschichte erzählen.
Post-Impressionismus und der Einfluss des Synthetismus
Gauguin brach mit den Konventionen des Impressionismus, indem er die Natur nicht mehr nur als Spiegelbild des Lichts und der Atmosphäre darstellte. Stattdessen verwendete er kräftige, ungemischte Farben, die oft direkt aus der Tube auf die Leinwand gepresst wurden – eine Technik, die er von Vincent van Gogh gelernt hatte. Seine Formen sind verzerrt und stilisiert, wodurch eine gewisse Dramatik und Intensität entsteht. Die Komposition ist bewusst asymmetrisch, was den Blick des Betrachters lenkt und ihn dazu zwingt, sich mit der Szene auseinanderzusetzen.
Der Synthetismus, der Gauguin prägte, ging über die bloße Farbigkeit hinaus. Er versuchte, die Essenz eines Motivs zu erfassen – seine Seele, wenn man so will. In „We Hail Thee Mary“ ist dies besonders deutlich erkennbar: Die Figuren sind nicht naturalistisch dargestellt, sondern symbolisieren spirituelle Konzepte und Emotionen. Die Frauen, die ein Kind tragen, stehen für Mutterschaft und Nächstenliebe, während die Engel eine göttliche Gegenwart verkörpern.
Symbolik und religiöse Interpretation
Das Gemälde ist eine komplexe Allegorie, die sowohl christliche als auch polynesisches Elemente vereint. Die Darstellung der Jungfrau Maria und des Kindes Jesu in einer tropischen Umgebung ist ein ungewöhnlicher Ansatz, der Gauguins Suche nach einer neuen spirituellen Identität widerspiegelt. Er hatte sich in Tahiti verschanzt, um dem europäischen Bürgertum zu entfliehen und eine neue Lebensweise zu finden. Die Verwendung von polynesischen Motiven – die Kleidung der Frauen, die Landschaft – zeugt von seiner bewussten Auseinandersetzung mit der lokalen Kultur.
Die Inschrift „IA ORANA MARIA“ (ein hawaiianischer Gruß für Maria) unterstreicht die religiöse Bedeutung des Bildes und betont die Verbindung zwischen dem christlichen Glauben und den traditionellen Überzeugungen der Inselbewohner. Es ist ein Ausdruck von Gauguins Wunsch, eine universelle Sprache der Spiritualität zu finden, die über kulturelle Grenzen hinweggeht.
Ein Meisterwerk der Farbexpressivität
„We Hail Thee Mary“ ist ein beeindruckendes Beispiel für Gauguins einzigartigen Stil und seine Fähigkeit, Emotionen durch Farbe und Form auszudrücken. Die leuchtenden Farben, die dynamische Komposition und die symbolische Darstellung machen dieses Gemälde zu einem faszinierenden Kunstwerk, das den Betrachter in eine andere Welt entführt. Es ist ein Fenster in Gauguins Seele – ein Ausdruck seiner Sehnsucht nach Freiheit, Spiritualität und einer neuen Lebensweise.
Ähnliche Kunstwerke
Über den Künstler
Eugène Henri Paul Gauguin: Ein Leben in Farbe und Symbolik
Frühes Leben und Hintergrund
- Geboren am 7. Juni 1848 in Paris, Frankreich, war Eugène Henri Paul Gauguin eine komplexe Persönlichkeit, die von einer ungewöhnlichen Erziehung geprägt war.
- Sein Vater war Journalist, und seine Mutter stammte aus einer Familie mit peruanischen Wurzeln – ihre Großmutter, Flora Tristan, war eine Pionierin der feministischen und sozialistischen Schriftstellerin.
- Im Jahr 1850 zog die Familie nach Peru, wo Gauguin vier prägende Jahre in einer anderen Kultur verbrachte. Diese Erfahrung beeinflusste seine Kunst später nachhaltig.
- Nach dem Tod seines Vaters kehrte Gauguin nach Frankreich zurück und erhielt eine formale Ausbildung, wählte aber schließlich eine Karriere als Börsenmakler.
Von Börsenmakler zum Künstler
- Gauguin begann in seiner Freizeit zu malen, wobei er zunächst von den Impressionisten beeinflusst wurde.
- Eine Finanzkrise im Jahr 1882 veranlasste ihn, seine Geschäftskarriere aufzugeben und sich voll und ganz der Kunst zu widmen.
- Er studierte bei Camille Pissarro, der seine künstlerische Entwicklung förderte und ihn mit anderen avantgardistischen Malern bekannt machte.
Künstlerische Entwicklung und Einflüsse
- Gauguins frühe Werke spiegelten impressionistische Techniken wider, aber er suchte bald einen ausdrucksstärkeren und symbolischen Stil.
- Er experimentierte mit kräftigen Farben, flachen Formen und vereinfachten Kompositionen und weicht von den Naturalismen des Impressionismus ab.
- Seine Reisen nach Brittany, Martinique und schließlich nach Tahiti waren entscheidend für die Gestaltung seiner künstlerischen Vision. Er suchte einen „primitiveren“ Lebenswandel, in dem er eine größere spirituelle Authentizität glaubte.
- Er war von japanischen Holzschnitten (Japonismus) und mittelalterlicher Kunst beeinflusst, die zu seinem unverwechselbaren Ästhetik beitrugen.
Tahitianische Periode und wichtige Werke
- Gauguin kam im Jahr 1891 nach Tahiti, um Zuflucht vor der europäischen Zivilisation und Inspiration aus der polynesischen Kultur zu suchen.
- Diese Zeit markierte den Höhepunkt seiner künstlerischen Kreativität und führte zu ikonischen Gemälden wie “Vahine no te miti”, “Manao Tupapau” (Beobachtet vom Geist der Toten) und “The Day of Gods”.
- Seine tahitianischen Werke sind durch leuchtende Farben, exotische Themen und ein Gefühl von Mysterium und Spiritualität geprägt.
- Er stellte oft polynesische Frauen, Landschaften und religiöse Überzeugungen dar und interpretierte sie durch seine eigene symbolische Linse.
Spätere Jahre und Kämpfe
- Gauguin hatte während seiner Zeit in Tahiti und später auf den Marquesasinseln finanzielle Schwierigkeiten und Gesundheitsprobleme.
- Trotz dieser Herausforderungen malte er weiterhin produktiv und erkundete Themen wie Leben, Tod und Spiritualität.
- Er starb am 8. Mai 1903 auf der Insel Hiva Oa in den Marquesasinseln.
Vermächtnis und historische Bedeutung
- Gauguins Werk wurde während seines Lebens weitgehend unerkannt, erlangte aber nach seinem Tod posthumane Anerkennung.
- Er gilt heute als eine zentrale Figur in der Entwicklung der modernen Kunst, die die Lücke zwischen Impressionismus und Symbolismus schloss.
- Seine Verwendung von Farbe, vereinfachten Formen und symbolischen Bildern beeinflusste zahlreiche Künstler, darunter Pablo Picasso, Henri Matisse und die Fauves.
- Gauguins Erforschung „primitiver“ Kulturen und seine Ablehnung westlicher künstlerischer Konventionen werden bis heute debattiert und neu interpretiert.
- Er bleibt eine umstrittene Figur aufgrund bestimmter Aspekte seines Privatlebens, aber sein künstlerischer Beitrag ist unbestreitbar.
Eugène Henri Paul Gauguin
1848 - 1903 , Frankreich
Kurzinfos
- Artistic Movement Or Style: Post-Impressionismus, Symbolismus
- Artists Or Movements Influenced By This Artist:
- Pablo Picasso
- Henri Matisse
- Artists Who Influenced This Artist: ['Camille Pissarro']
- Date Of Birth: 7. Juni 1848
- Date Of Death: 8. Mai 1903
- Full Name: Eugène Henri Paul Gauguin
- Nationality: Französisch
- Notable Artworks:
- Vahine no te miti
- Manao Tupapau
- Der Tag der Götter
- Place Of Birth: Paris, Frankreich

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