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Portait of a gentleman

Giacomo Ceruti (Pitocchetto) war ein italienischer Barockmaler, bekannt für realistische Genreszenen von Bauern und Armen in Norditalien. Entdecken Sie seine einfühlsamen Darstellungen, Stillleben und sein Erbe der Kunst des 18. Jhd.

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Details zum Sammlerstück

114 x 88.5 cm / 56.7 x 34.8 inExhibited:Milan, Palazzo Reale, L’anima e il volto. Ritratto e fisiognomica da Leonardo a Bacon, October 1998 – March 1999, Milan, Robilant + Voena, Giacomo Ceruti 1698 – 1767. Popolo e nobiltà alla vigilia dell’età dei Lumi, October – Dicember 2013, n. 21Literature: M. Gregori, in L’anima e il volto, exhibition catalague, F. Caroli, Milano 1998, p. 320; P. Vanoli, in Maestri del ’600 e del ’700 2006, p. 178, n. 57; P. Vanoli, in Giacomo Ceruti 1698 – 1767. Popolo e nobiltà alla vigilia dell’età dei Lumi, exhibition catalogue, F. Frangi – A. Morandotti, Milano 2013, pp. 74 -75The present painting was discovered in 1998 by Mina Gregori, when in the Koelliker collection, Milan. The sitter is still unidentified, although according to an oral tradition consulted by Gregori he might be a member of the Secco Suardo family.The dating suggested by the scholar, 1750 circa, seems consistent with the artist’s stylistic evolution after his stay in Venice in the 1730s. In the period between 1735 and 1736 Ceruti was in Venice, where he painted still lifes, genre paintings, and portraits for Marshal Matthias von der Schulenburg, a refined collector who owned, among many other works, portraits by successful national and international artists, such as Hyacinthe Rigaud, Antoine Pesne, the rococò painter Rosalba Carriera and Gianantonio Guardi (F. Frangi, in Fra’ Galgario 2003, p. 322, n. XI.5). In the period 1737-39, Ceruti moved to Padua, where he realised for the Basilica del Santo the monumental altarpiece Il battesimo di Santa Giustina, which in terms of composition and use of colour looks remarkably fresh in comparison to contemporary Venetian painters, such as Tiepolo and Giovan Battista Pistoni, and which is very distant from the austerity of Ceruti’s earlier production. Further influences of his Venetian experiences can be found in his portraits as well as in his genre paintings, which after the 1730s show the sweetness and the refinement of execution typical in Venice in those years.The rigid poses and the sombre tones usual of Ceruti’s earlier portraits are replaced in the present painting by a more elegant and theatrical presentation of the sitter and by a richer use of colour. The dark tones of the sky and the coat contrast with the brightness of the wig and the ochre and silver waistcoat, making the nobleman’s expressive face stand out. Although these details locate the present Portrait of a Gentleman decisively after Ceruti’s Venetian phase, the scarcity of portraits by the artist to be dated with any certainty between the 1750s and 1760s prevents a more precise dating. If compared to the portraits of the Lavelli spouses (Gregori 1982, p.453, nn.133-134) dated 1739, immediately before Ceruti’s Paduan phase, it will look apparent that the present work does not share with them the overt decorative character, nor the fluid composition of clear Venetian influence. It rather presents a more naturalistic rendering of the sitter and a more controlled brushwork. Such elements suggest a date later than the Lavelli pendant, probably around the 1750s, for it is stylistically close to portraits produced in those years, such as the Portrait of a Gentleman in the Thyseen Museum and, most remarkably, the Acton equestrian portrait (Gregori 1982, pp. 460-461, nn. 174, 179). At the same time, the careful realism and the thin impasto in Portrait of a Gentleman make it unlikely to be dated after the 1750s, as in that period the artist, although still loyal to his characteristic clarity and lucidity of approach, adopted a more elaborate style in order to meet the taste of contemporary aristocrats.Paolo Vanoli

Biografie des Künstlers

Johann Carl Loth: Ein venezianischer Meister der Grandezza

Geboren 1632 in München, Bayern, war das Leben von Johann Carl Loth ein Zeugnis für den Zauber und die Dynamik Venedigs – einer Stadt, die seine künstlerische Vision zutiefst prägte. Obwohl er zunächst von seinem Vater, dem Münchner Maler Johann Ulrich Loth, ausgebildet wurde, fand Loths wahre Entfaltung während seines jahrzehntelangen Aufenthalts in der Serenissima statt. Er war nicht bloß ein Handwerker; er war ein Architekt visueller Erzählungen, spezialisiert auf Historienmalerei, die von akribisch ausgearbeiteten Figuren und dramatischen Kompositionen lebte. Sein Werk spiegelt ein anspruchsvolles Verständnis der barocken Ästhetik wider, indem es italienische Grandezza mit einem ausgeprägten deutschen Sinn verbindet – eine Synthese, die ihn als bedeutende Figur innerhalb der venezianischen Kunstszene etablierte.

Loths frühe Karriere war geprägt von dem bewussten Streben nach künstlerischer Verfeinerung in Italien. Er verbrachte beträchtliche Zeit im Studium unter renommierten Künstlern wie Pietro Liberi und Giovan Battista Langetti, wobei er deren Techniken und stilistische Ansätze in sich aufnahm. Dieses Eintauchen erwies sich als entscheidend, da es ihm ermöglichte, die komplexen Anforderungen der venezianischen Malerei – insbesondere deren Fokus auf Farbe, Licht und dynamische Bewegung – schnell zu meistern. Seine frühen Werke zeigen eine klare Schuld gegenüber den etablierten Meistern jener Zeit, doch er entwickelte rasch seine eigene, einzigartige Stimme, die durch ein fast theatralisches Flair bei der Darstellung historischer Ereignisse und allegorischer Szenen gekennzeichnet war.

Ein Wendepunkt in Loths Karriere war seine Ernennung zum Hofmaler für Maximilian II. Emanuel, den Kurfürsten von Bayern. Diese prestigeträchtige Beauftragung brachte ihn mit der opulenten Welt des europäischen Adels in Berührung und bot ihm die Gelegenheit, großformatige Historienbilder zu schaffen, die sein technisches Können und seine erzählerische Fertigkeit zur Schau stellten. Der Erwerb von Rubens’ „Anbetung der Könige“ durch den Kurfürsten im Jahr 1698 – ein monumentales Werk, das zuvor Gijsbert van Ceulen gehörte – festigte Loths Ruf als Meister der Historienmalerei weiter. Dieses Ereignis unterstrich die Bedeutung der italienischen Kunst an europäischen Höfen und verdeutlichte Loths Fähigkeit, die Pracht der Renaissance-Meisterwerke zu würdigen und nachzuahmen.

Die Welt der Gesprächsstücke

Während Loth in großen historischen Szenen brillierte, fand er auch Erfolg in einem intimeren Genre: den Gesprächsstücken. Diese akribisch inszenierten Gruppenporträts, die oft Künstler, Handwerker und Intellektuelle bei ihren Freizeitvergnügungen darstellten, gewannen im 18. Jahrhundert zunehmend an Popularität. Loths Beiträge zu diesem Trend sind besonders bemerkenswert, da er die soziale Dynamik seiner Zeit mit erstaunlicher Detailtreue und psychologischem Scharfsinn einfing. Sein „Club der Künstler“, eine lebendige Darstellung einer Versammlung in den King's Arms in der New Bond Street in London, ist ein Paradebeispiel für diesen Stil – es zeigt eine vielfältige Gruppe von Figuren, die in lebhafte Gespräche und künstlerischen Austausch vertieft sind.

Bei der Erschaffung dieser Gesprächsstücke ging es nicht nur darum, Ähnlichkeiten festzuhalten; es war eine Übung in sozialer Kommentierung. Loth nutzte meisterhaft Komposition, Gestik und Gesichtsausdruck, um die Persönlichkeiten und Beziehungen innerhalb jeder Gruppe zu vermitteln. Seine Fähigkeit, ein Gefühl von entspannter Kameradschaft und intellektuellem Anreiz darzustellen, machte seine Werke bei wohlhabenden Mäzenen äußerst begehrt, die danach strebten, ihre Verbindungen zur Kunstwelt zur Schau zu stellen.

Ein Netzwerk des Einflusses

Loths künstlerischer Zirkel in Venedig war bemerkenswert lebendig und förderte eine Umgebung der Zusammenarbeit und des Austauschs. Er pflegte enge Beziehungen zu Mitkünstlern wie Michael Wenzel Halbax, Santo Präteri und Johann Michael Rottmayr – die alle von seiner Anleitung und Expertise profitierten. Seine Verbindung zu prominenten Persönlichkeiten wie Willem Drost und Jan Vermeer van Utrecht festigte seine Position innerhalb der Künstlergemeinschaft weiter. Der Einfluss reichte weit über Venedig hinaus; Loths Werk wurde von Künstlern in ganz Europa bewundert, darunter die niederländischen Meister Cornelis de Bruijn und Jan van Bunnik, die eigens nach Italien reisten, um seine Techniken zu studieren.

Sein Bruder, Franz Loth, verfolgte ebenfalls eine Karriere als Maler in Deutschland und Italien und arbeitete oft mit Johann an verschiedenen Projekten zusammen. Diese familiäre künstlerische Partnerschaft trug erheblich zur Verbreitung von Loths Stil und seinen Techniken in ganz Europa bei. Die starken Bindungen innerhalb ihres Kreises förderten einen dynamischen Austausch von Ideen und Einflüssen, was zu einem reichen Geflecht künstlerischer Innovationen führte.

Vermächtnis und Anerkennung

Johann Carl Loth starb 1698 in Augsburg und hinterließ ein umfangreiches Werk, das bis heute für sein technisches Geschick, seine dramatische Komposition und seine einfühlsame Darstellung menschlicher Interaktion bewundert wird. Während sich seine frühe Karriere weitgehend auf den venezianischen Kunstmarkt konzentrierte, reichte sein Einfluss weit über die Grenzen Italiens hinaus. Seine Beiträge zur Entwicklung der Gesprächsstücke halfen dabei, die Richtung der Porträtmalerei des 18. Jahrhunderts mitzugestalten, und seine akribische Liebe zum Detail setzte einen neuen Standard für die Historienmalerei.

Heute befinden sich Loths Gemälde in bedeutenden Museen und Privatsammlungen auf der ganzen Welt und dienen als bleibende Erinnerungen an sein künstlerisches Genie. Sein Vermächtnis als venezianischer Meister – eine Brücke zwischen deutscher Präzision und italienischer Grandezza – bleibt fest in den Annalen der Kunstgeschichte verankert.

Giacomo Ceruti (Pitocchetto)

Giacomo Ceruti (Pitocchetto)

1698 - 1767 , Bayern

Kurzinfos

  • Bemerkenswerte Kunstwerke:
    • Anbetung der Könige (Rubens)
    • Selbstporträt mit Turban
  • Geburtsdatum: 8. August 1632
  • Geburtsort: München, Bayern
  • Künstler, Die Diesen Künstler Beeinflussten: ['Johann Ulrich Loth']
  • Künstlerische Bewegung Oder Stil: Barock
  • Nationalität: Deutsch
  • Sterbedatum: 6. Oktober 1698
  • Vollständiger Name: Johann Carl Loth
  • Von Diesem Künstler Beeinflusste Künstler Oder Bewegungen:
    • Karel Dujardin
    • Karel Marat