Bernard Tolomei und die Pest in Siena
Acryl auf Leinwand
Wandkunst
Baroque Painting
1735
43.0 x 67.0 cm
Getty Center
Giclée / Kunstdruck
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Bernard Tolomei und die Pest in Siena
Giclée / Kunstdruck
Format der Reproduktion
-
Gesamtpreis
$ 62
Sammlerstück-Beschreibung
Ein Blick auf Giuseppe Maria Crespis Meisterwerk
Giuseppe Maria Crespi, ein außergewöhnlicher Künstler seiner Zeit, steht für eine einzigartige Verbindung von Realismus und tiefgründiger menschlicher Beobachtung im italienischen Barock. Geboren 1665 in Bologna, erhielt er den Namen „Lo Spagnuolo“ nicht aufgrund seiner Abstammung, sondern aufgrund seines ungewöhnlichen Kleidungsstils – ein Hinweis auf seinen unabhängigen Geist und seine künstlerische Vision. Seine Ausbildung fand zunächst unter Angelo Michele Toni und Domenico Maria Canuti statt, wodurch ihm die Grundlagen der Bolognese Malerei zugrunde gelegt wurden. Doch Crespi widersetzte sich einem Angebot nach Rom durch Carlo Maratti und entschied sich stattdessen für einen Weg des Einzelhandels, der ihn zu einem Pionier des Genrebildnisses machte und einen außergewöhnlich persönlichen Einblick in das alltägliche Leben gewährte.- Die Geschichte hinter dem Gemälde: „Bernard Tolomei und die Pest in Siena“ wurde 1735 von Giuseppe Maria Crespi im Barockstil geschaffen und erzählt eine bewegende Geschichte über Glauben, Hoffnung und menschliches Mitgefühl während einer schweren Epidemie. Das Werk zeigt eine Szene innerhalb einer Kirche, in der ein Mann mit ausgestreckten Armen steht – eine Darstellung von Gebet und Schutz vor der Krankheit.
- Die Komposition: Crespi zeichnete sich durch eine außergewöhnliche Aufmerksamkeit für Detail und Perspektive aus. Die Figuren sind nicht nur realistisch dargestellt, sondern auch eingefangen in natürlichen Posen, die Emotionen und Gedanken widerspiegeln. Eine zentrale Rolle spielt ein Kirchengewölbe und eine einfache Ausstattung, die eine Atmosphäre von Ehrfurcht und Besinnlichkeit schaffen.
- Die Technik: Crespi verwendete eine Kombination aus Ölfarbe auf Leinwand und einer innovativen Methode zur Erzeugung von Tiefenwirkung – sogenannte „sfumato“. Diese Technik ermöglichte es ihm, Licht und Schatten subtil zu verschmelzen und eine besondere Atmosphäre zu erzeugen, die den Betrachter tief berührt.
- Symbolik und Bedeutung: Das Gemälde ist reich an Symbolik und deutet auf zentrale Themen der damaligen Zeit hin – insbesondere auf die Frage nach Glauben und Hoffnung angesichts von Leid und Tod. Der Mann mit ausgestreckten Armen steht für Gebet und Fürsprache, während die anderen Figuren verschiedene Aspekte menschlicher Erfahrung darstellen.
- Ein Meisterwerk des Genrebildnisses: „Bernard Tolomei und die Pest in Siena“ gilt als eines der bedeutendsten Werke Crespis und wird bis heute für seine außergewöhnliche künstlerische Qualität und seinen tiefgründigen Ausdruck gefeiert. Es ist ein beeindruckendes Beispiel für die Kunst des Barock und eine Erinnerung daran, wie Künstler ihre Zeit und ihre Welt sehen konnten.
Ähnliche Kunstwerke
Über den Künstler
Giuseppe Maria Crespi (1665–1747): Ein Bolognesischer Original
Giuseppe Maria Crespi, liebevoll bekannt als „Lo Spagnuolo“ – der Spanier – war eine faszinierende Anomalie innerhalb des italienischen Barocklandskapsels. Geboren in Bologna im Jahr 1665, erhielt sein Pseudonym nicht von Abstammung, sondern von einer Vorliebe für die eng anliegenden Kleidung, die zur Zeit in Spanien im Trend lagen – eine sartoriale Wahl, die auf den unabhängigen Geist hinwies, der unter dieser außergewöhnlichen Künstlerin brodelte. Crespis Weg begann mit einer traditionellen Lehre beim handwerklichen Maler Angelo Michele Toni und anschließend bei Domenico Maria Canuti, wobei er sich die grundlegenden Techniken der Bolognese Malerei einprägte. Er lehnte jedoch den Ruf nach Rom ab, als ihn Kardinal Carlo Maratti einlud und entschied sich stattdessen für einen eigenen Weg, der sein Werk schließlich neu definierte und einen überraschend intimen Einblick in das alltägliche Leben gewährte.Ein Bruch mit Tradition: Eine Neue Vision Entsteht
Crespis künstlerische Produktion war außergewöhnlich vielfältig und umfasste religiöse Gemälde, Porträts und Kupferstiche inspiriert von Künstlern wie Rembrandt und Salvator Rosa. Doch es ist für seine Genrebilder – Darstellungen von einfachen Menschen bei alltäglichen Aktivitäten –, dass er heute vor allem gefeiert wird. Dieser Fokus stellte eine bedeutende Abweichung von den vorherrschenden akademischen Traditionen dar, die sich auf historische oder mythologische Themen konzentrierten. Er war nicht daran interessiert, große Erzählungen oder idealisierte Formen zu erzählen; stattdessen wandte sich Crespi der Welt um ihn herum zu – Frauen beim Geschirrspülen, Familien beim gemeinsamen Essen und Kindern beim Spielen. Diese waren nicht nur Darstellungen des Alltagsliebes sondern durchdrungen von psychologischer Tiefe und Realismus, wie er zuvor nicht gewesen war. Sein Stil zeichnete sich durch eine bewusste Zurückhaltung in Farbe und Pinseltechnik aus und setzte ein begrenztes Farbpalette mit geschickter Präzision ein – obwohl einige Kritiker eine gewisse fehlende körperliche Stärke in seiner Anwendung bemängelten. Diese Zurückhaltung diente jedoch dazu, die emotionale Wirkung seiner Szenen zu verstärken und Zuschauer hinein in die ruhigen Dramen des häuslichen Lebens zu ziehen.Die Einflüsse von Toni und Canuti sowie die Bedeutung der Kamera Obscura
Seine Ausbildung fand Crespi zunächst unter Angelo Michele Toni und Domenico Maria Canuti statt, wobei er sich intensiv mit den Fresken der Carraccischule im Klosterhof von S. Michele in Bosco beschäftigte. Diese Zusammenarbeit prägte seine frühe künstlerische Entwicklung maßgeblich und ermöglichte ihm die Aufnahme essentieller Techniken und ästhetischer Prinzipien. Besonders wichtig war sein Studium unter Canuti, dessen Einfluss ihn dazu brachte, sich von den etablierten akademischen Konventionen zu lösen und eine eigene künstlerische Sprache zu entwickeln. Er studierte insbesondere die Werke großer Meister wie Rembrandt und Salvator Rosa und ließ sich von deren Stil und Technik inspirieren. Darüber hinaus entdeckte Crespi die Kamera Obscura – eine einfache Vorrichtung zur Lichtprojektion –, die ihm neue Möglichkeiten eröffnete, die Welt um ihn herum auf einzigartige Weise zu beobachten und ihre Wirkung auf seine Gemälde einzufangen. Diese Methode ermöglichte es ihm nicht nur, das Licht und Schattenspiel auf natürliche Weise darzustellen sondern auch, ein tiefes Verständnis für die Perspektive und Raumgestaltung zu entwickeln.Ein Meister des Genrebilds und sein Einfluss auf junge Künstler
Crespis größte Leistung liegt jedoch in seinem Fokus auf Genrebilder – Darstellungen von Alltagsszenen, die einen außergewöhnlichen Einblick in das menschliche Leben gewähren. Er war nicht daran interessiert, historische Ereignisse oder mythologische Figuren zu glorifizieren sondern sich stattdessen den kleinen Dramen und Emotionen des täglichen Lebens zuzuwenden. Seine Gemälde zeichnen sich durch eine hohe Detailtreue und eine beeindruckende psychologische Tiefe aus und gelten als Vorbild für spätere Künstlergenerationen. Besonders bekannt sind seine Werke *Die sieben Sakramente*, die er um 1712 für Kardinal Pietro Ottoboni malte und die einen neuen Ansatz zur Darstellung religiöser Themen darstellten – nämlich die Einbindung von Alltagsszenen und Figuren in eine historische Erzählung. Diese innovative Methode ermöglichte es ihm, ein Gefühl für menschliche Beziehungen und Emotionen zu vermitteln und gleichzeitig eine hohe künstlerische Qualität zu erreichen. Er gründete eine eigene Werkstatt und förderte junge Künstler wie Giovanni Battista Piazzetta und Pietro Longhi, die seinen Stil und seine Philosophie weiterentwickelten und damit einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der venezianischen Kunst des 18. Jahrhunderts leisteten.Ein Vermächtnis von Realismus und Intimität
Giuseppe Maria Crespi starb im Jahr 1747 in Bologna und hinterließ ein Werk, das bis heute beeindruckt und inspiriert. Er war ein Meister der Beobachtung menschlicher Natur und konnte die subtilen Nuancen von Emotionen und Erfahrungen mit außergewöhnlicher Sensibilität einfangen. Seine Gemälde sind nicht nur historische Dokumente sondern Fenster zum Herzen des Menschen und bieten einen zeitlosen Einblick in universelle Themen wie Liebe, Verlust, Glauben und Alltagserleben. Sein Werk bleibt ein eindrucksvolles Beispiel dafür, dass Schönheit und Bedeutung nicht nur in großen Erzählungen sondern auch im einfachen Leben zu finden sind. Er wird für seine außergewöhnliche künstlerische Leistung und seinen Beitrag zur Entwicklung der italienischen Kunstgeschichte stets in Erinnerung bleiben. Seine Werke können heute beispielsweise im Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden und im Museo dell'Opera di Santa Croce in Florenz bewundert werden. Zahlreiche Reproduktionen seiner Gemälde sind erhältlich und ermöglichen es Kunstliebhabern weltweit, einen Teil seines einzigartigen künstlerischen Schaffens zu erleben. Weitere Informationen finden sich auf Wikipedia und Britannica sowie zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen.Giuseppe Maria Crespi
1665 - 1747 , Italien
Kurzinfos
- Artistic Movement Or Style: Barockkunst
- Artists Or Movements Influenced By This Artist: ['Giovanni Battista Piazzetta']
- Artists Who Influenced This Artist:
- Carlo Cignani
- Giovanni Antonio Burrini
- Date Of Birth: 16. März 1665
- Full Name: Giuseppe Maria Crespi
- Nationality: Italienisch
- Notable Artworks:
- Das Fliegen des jungen Achill
- St. Johannes Nepomuk confessend vor der Königin Böhmen
- Place Of Birth: Bologna

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