27. Lebenstree, Modell für den Stoclet-Fries
Handgefertigte Ölreproduktion
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27. Lebenstree, Modell für den Stoclet-Fries
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Beschreibung des Kunstwerks
Die Bäume des Lebens – Ein Modell für den Stoclet Frieze von Gustav Klimt
Gustav Klimt, geboren am 14. Juli 1862 in Baumgarten bei Wien, fand seinen Ursprung in einer Familie, die sowohl künstlerische Neigung als auch finanzielle Herausforderungen aufwies. Sein Vater, Ernst Klimt, war Goldschmied und verlieh seinem Sohn damit eine besondere Verbindung zur Kunsthandwerklichen Tradition – eine Verbindung, die sich später in Klimts einzigartigem Werkstil widerspiegeln würde. Die Familie lebte unter schwierigen Bedingungen und zog häufig innerhalb Wiens um, was ihm möglicherweise eine scharfe Beobachtung seiner Umgebung und eine Sensibilität für menschliche Erfahrungen vermittelte. Bereits als Kind zeichnete er außergewöhnlich talentiert auf und zeigte eine natürliche Begabung, die schnell erkannt wurde. Im Jahr 1876 studierte er an der Wiener Akademie der bildenden Künste unter Ferdinand Laufberger und erhielt damit eine solide technische Ausbildung, während gleichzeitig die vorherrschenden akademischen Stile seinen Blick für neue künstlerische Wege öffneten. Die Bedeutung von Klimts Werk geht weit über seine individuelle Kunst hinaus. Er war ein zentraler Gründer der Wiener Secession, einer Bewegung, die sich gegen die konservativen Konventionen der Zeit stellte und eine neue Ära der künstlerischen Gestaltung einleitete. Diese Gruppe strebte danach, die Grenzen des klassischen Malens zu erweitern und neue Ausdrucksformen zu finden – eine Aufgabe, die Klimt mit außergewöhnlicher Kreativität und Leidenschaft annahm. Seine Gemälde zeichneten sich durch komplexe Muster, symbolische Motive und eine besondere Betonung der weiblichen Figur aus und prägten damit maßgeblich den Stil seiner Zeit.Ein Blick auf „Die Bäume des Lebens“
„Die Bäume des Lebens“, Modell für den Stoclet Frieze von etwa 1905-1909, ist ein beeindruckendes Beispiel für Klimts einzigartige künstlerische Vision. Das Werk zeigt einen majestätischen Baum mit weitläufigen Ästen und Blättern sowie eine Vielzahl dekorativer Elemente wie Vögeln, die auf den Zweigen sitzen. Besonders auffällig sind drei Vögel, die sich im oberen linken Bereich des Gemäldes befinden und weitere zwei Vögel am unteren rechten Rand. Diese Darstellung von Vögeln ist ein zentrales Motiv in Klimts Gesamtwerk und steht für Freiheit und menschliche Spiritualität – Konzepte, die auch heute noch tiefgreifend wirken. Die Spiralmuster auf den Ästen verleihen dem Bild eine dynamische Bewegung und unterstreichen dessen komplexen Charakter.Die Technik und der Stil
Klimt setzte dabei auf Ölfarbe auf Leinwand und verwendete eine außergewöhnlich detaillierte und präzise Maltechnik. Durch die Verwendung von Goldfolie und anderen hochwertigen Materialien wurde nicht nur ein beeindruckendes Erscheinungsbild geschaffen, sondern auch eine besondere Verbindung zum Dekorativen hergestellt – ein Stil, der sich insbesondere in seinen Arbeiten während seiner sogenannten „Goldenen Phase“ zeigte. Diese Technik ermöglichte es ihm, außergewöhnliche Tiefenwirkung und Textur zu erzielen und verleiht den Gemälden eine besondere Wärme und Lebendigkeit. Sein Werk wird oft als Schlüssel zum Verständnis des Art Nouveau Stils angesehen und inspiriert bis heute Künstler weltweit.Symbolik und Bedeutung
„Die Bäume des Lebens“ ist reich an Symbolik und spiegelt Klimts tiefgreifende Beschäftigung mit der Mystik und der Natur wider. Der Baum selbst steht für Wachstum, Wiedergeburt und die Verbindung zwischen Himmel und Erde – ein zentrales Motiv in vielen religiösen und philosophischen Traditionen. Die Vögel symbolisieren Freiheit und menschliche Seele und erinnern an die Sehnsucht nach Schönheit und Harmonie. Auch die Früchte tragen eine tiefere Bedeutung bei und stehen für Fruchtbarkeit und Überfluss – Konzepte, die Klimt häufig in seinen Gemälden aufnahm und somit einen wichtigen Beitrag zur künstlerischen Sprache seiner Zeit leisteten. Ein Werk von diesem außergewöhnlichen Anspruch verdient es, auch heute noch bewundert und gefeiert zu werden.Ähnliche Kunstwerke
Über den Künstler
Gustav Klimt: Leben, Kunst und Vermächtnis
Frühes Leben und Ausbildung (1862-1883)
- Geboren am 14. Juli 1862 in Baumgarten, nahe Wien, Österreich.
- Sohn von Ernst Klimt, einem Goldschmied, und Anna Finster. Die Familie sah sich mit finanziellen Schwierigkeiten konfrontiert, was zu häufigen Umzügen innerhalb Wiens führte.
- Früben Talent: Zeigte schon früh zeichnerische Fähigkeiten, die durch den Beruf seines Vaters und familiäre künstlerische Neigungen gefördert wurden.
- Er studierte 1876 an der Wiener Kunstgewerbeschule (Schule für Angewandte Künste) Architekturmalerei bei Ferdinand Laufberger. Dies bot eine solide technische Ausbildung, aber auch die Exposition gegenüber traditionellen akademischen Stilen.
- Im Jahr 1877 gründete er mit seinem Bruder Ernst und Franz von Matsch die „Gesellschaft der Künstler“ und sichere Aufträge für dekorative Wandmalereien und Decken.
Die Gesellschaft der Künstler und Früher Erfolg (1883-1900)
- Arbeitete weiterhin mit der „Gesellschaft der Künstler“ nach dem Verlassen der Kunstgewerbeschule und erhielt Anerkennung für dekorative Projekte wie Wandmalereien im Theater von Karlsbad und Treppenhäuser im Burgtheater in Wien.
- Tragte zur Dekoration des Kunsthistorischen Museums in Wien bei, demonstrierte technische Fertigkeit, deutete aber auch auf ein Verlangen hin, künstlerische Zwänge zu brechen.
Die Decke der Universität Wien und Kontroversen (1900)
- Erfuhr um 1900 eine prestigeträchtige Beauftragung, Deckenmalereien für den Großen Saal der Universität Wien zu malen, die Philosophie, Jurisprudenz und Theologie darstellten.
- Kontroverse Werke: Die Wandmalereien, insbesondere *Philosophie*, wurden von Kritikern als provokativ und sogar pornografisch angesehen, was zu öffentlicher Empörung führte.
- Klimt lehnte nach der Kontroverse weitere öffentliche Aufträge ab und markierte damit einen Wendepunkt in seiner Karriere.
Die „Goldene Phase“ und künstlerische Reife (1901-1918)
- Betrat seine „goldene Phase“, die durch den luxuriösen Einsatz von Blattgold inspiriert vom byzantinischen Mosaik und mittelalterlichen illuminierten Handschriften gekennzeichnet war.
- Wichtige Werke: *Der Kuss* (1907-1908) veranschaulicht den opulenten Stil und die symbolische Fülle dieser Ära.
- *Porträts:* Porträts wie *Portrait of Adele Bloch-Bauer I* (1907) wurden sehr begehrt und zeigten seine Fähigkeit, sowohl physische Erscheinung als auch psychologische Tiefe einzufangen.
- Integriert zunehmend dekorative Elemente in Kompositionen und verwischte die Grenzen zwischen Malerei und Ornamentik.
Einflüsse und künstlerischer Stil
- Hans Makart: Frühe Bewunderung für den führenden Historienmaler Wiens beeinflusste seine anfängliche akademische Ausbildung.
- Japanische Kunst (Japonismus): Wurde tief von japanischen Holzschnitten beeinflusst, insbesondere durch ihre flache Perspektive, dekorative Muster und Betonung der Linie.
- Byzantinische Kunst: Der Einsatz von Blattgold und reicher Ornamentik in byzantinischen Mosaiken hatte einen tiefgreifenden Einfluss auf seine „goldene Phase.”
- Stilmerkmale: Ein einzigartiges Zusammenspiel von Symbolismus, Jugendstil und dekorativen Elementen; kräftige Farben, komplizierte Muster und sinnliche Darstellungen der weiblichen Form.
Späte Jahre und Vermächtnis (1918)
- Malte weiterhin produktiv bis zu seinem Tod am 6. Februar 1918 durch einen Schlaganfall.
- Seine späteren Werke erforschten abstraktere Formen und Landschaften und zeigten eine kontinuierliche künstlerische Entwicklung.
- Historische Bedeutung: Wird als eine der wichtigsten Figuren in der österreichischen Kunstgeschichte und als einer führenden Vertreter des Wiener Secessions anerkannt. Seine Gemälde erzielen hohe Preise auf Auktionen, und sein Einfluss ist in der zeitgenössischen Kunst und im Design zu sehen.
- Das Kunsthistorische Museum Wien beherbergt eine bedeutende Sammlung seiner Werke und sichert so das Vermächtnis, das weiterhin inspiriert.
Gustav Klimt
1862 - 1918 , Österreich
Kurzinfos
- Beeinflusste Künstler: ['Egon Schiele']
- Bemerkenswerte Werke:
- Der Kuss
- Adele Bloch-Bauer I
- Geburtsdatum: 1862-07-14
- Geburtsort: Baumgarten, Österreich
- Künstlerische Einflüsse:
- Hans Makart
- Japanische Kunst
- Byzantinische Kunst
- Künstlerische Richtung: Wiener Secession
- Nationalität: Österreichisch
- Todatum: 1918-02-06
- Vollständiger Name: Gustav Klimt


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