Postkarte von Gustav Klimt am Attersee an Marie Zimmermann in Villach
Acrylfarbe
Wandkunst
Jugendstil
1900
9.0 x 14.0 cm
Giclée / Kunstdruck
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Sammlerstück-Beschreibung
Ein Fenster zu Klimts Seele: Die Postkarte vom Attersee
Ein Blick in den künstlerischen Briefwechsel zwischen Gustav Klimt und Marie Zimmermann gewährt faszinierende Einblicke in den kreativen Prozess und das Privatleben des Künstlers während seiner prägenden Jahre. Diese unscheinbare Postkarte mit den Maßen 9 x 14 cm übertrifft ihre bescheidene Größe und verkörpert einen entscheidenden Moment der Wiener Kunstgeschichte – ein Zeugnis für Klimts unvergängliche Faszination für die Natur und seine meisterhafte Beherrsung der dekorativen Künste. Die auf das Jahr 1900 datierte Karte trägt Klimts eigene Darstellung des Attersees, einer Landschaft, die er im Laufe seiner Karriere immer wieder aufsuchte und die so zu einem seiner bekanntesten Motive wurde.Stil und Technik: Erhabene Ornamentik
Klimts Stil dieser Epoche ist unbestreitbar durch den Symbolismus und den Jugendstil geprägt – Einflüsse, die ihn zu internationalem Ruhm führen sollten. Im Gegensatz zum starren Formalismus der akademischen Malerei verschrieb sich Klimt einer reich ornamentierten Ästhetik, bei der die Oberflächengestaltung Vorrang vor der linearen Perspektive hatte. Die Szene am Attersee wird nicht bloß beobachtet; sie verwandelt sich in einen immersiven Wandteppich aus schimmerndem Blattgold, in dem komplexe geometrische Muster mit organischen Formen verwoben sind – insbesondere stilisierte Zypressen und blühende Sträucher. Diese Technik, ein Markenzeichen von Klimts Werk, wurde mühsam von Hand aufgetragen und zeugt von einer handwerklichen Hingabe, die das breitere künstlerische Ethos jener Ära widerspiegelt. Das akribische Schichten von Farben und Texturen erzeugt eine illusionistische Tiefe, die sich konventionellen Darstellungen entzieht und die emotionale Resonanz über die fotografische Genauigkeit stellt.Historischer Kontext: Wien im Anbruch der Moderne
Das Jahr 1900 markiert einen entscheidenden Wendepunkt in der Wiener Kultur – die Stadt erlebte eine Welle künstlerischer Innovation, befeuert durch Persönlichkeiten wie Klimt, Oskar Kokoschka und Josef Maria Olbrich. Während das Österreichisch-Ungarische Reich angesichts wachsender nationalistischer Strömungen mit Zukunftsängsten kämpfte, blieb Wien ein lebendiges Zentrum für intellektuellen Diskurs und künstlerisches Experimentieren. Klimts Auseinandersetzung mit dem Symbolismus spiegelte diesen umfassenderen kulturellen Wandel wider, indem er den damals dominierenden Realismus ablehnte, um stattdessen psychologische Zustände und spirituelle Themen zu erforschen. Diese Postkarte dient als greifbarer Beweis für Klimts Erkundung dieser Ideen – eine visuelle Manifestation seines Wunsches, nicht nur das einzufangen, was er sah, sondern auch das, was er fühlte.Symbolik in der Dekoration: Zypressen und florale Echos
Die Zypressen, welche die Landschaft des Attersees dominieren, tragen eine bedeutende symbolische Last. Traditionell mit Trauer und Gedenken assoziiert, repräsentieren sie die Sterblichkeit und die zyklische Natur des Lebens – Themen, die Klimt in seinen künstlerischen Untersuchungen häufig wieder aufgriff. Ihre Präsenz wird jedoch mit einer üppigen floralen Ornamentik kontrastiert, die Fruchtbarkeit, Erneuerung und Schönheit symbolisiert. Dieser bewusste Gegensatz unterstreicht Klimts Bestreben, gegensätzliche Kräfte zu versöhnen: Tod und Wiedergeburt, Dunkelheit und Licht, Stille und Bewegung. Die Blumen sind nicht bloß dekorative Verzierungen; sie sind mit spiritueller Bedeutung durchdrungen und spiegeln Klimts Glauben an die transformative Kraft der Kunst wider, tiefe Emotionen und Ideen zu vermitteln.Emotionale Wirkung: Ein Spiegelbild künstlerischer Vision
Letztendlich transzendiert diese Postkarte vom Attersee ihre Materialität, um Klimts künstlerische Vision zu kommunizieren – eine Vision, die in akribischer Beobachtung verwurzelt ist und durch phantasievolle Ausschmückung ergänzt wird. Das schimmernde Blattgold fängt nicht nur den physischen Glanz der Landschaft ein, sondern auch die innere Kontemplation des Künstlers. Es lädt den Betrachter ein, in eine Welt einzutauchen, in der Schönheit und Melancholie koexistieren, und regt zur Reflexion über Themen wie Verlust, Sehnsucht und die beständige Faszination der Erhabenheit der Natur an. Diese Reproduktion bietet eine außergewöhnliche Gelegenheit, Klimts künstlerisches Genie unmittelbar zu erleben – eine fesselnde Erinnerung daran, dass selbst die einfachsten Objekte Schichten von tiefer Bedeutung und emotionaler Intensität in sich bergen können.Ähnliche Kunstwerke
Über den Künstler
Gustav Klimt: Leben, Kunst und Vermächtnis
Frühes Leben und Ausbildung (1862-1883)
- Geboren am 14. Juli 1862 in Baumgarten, nahe Wien, Österreich.
- Sohn von Ernst Klimt, einem Goldschmied, und Anna Finster. Die Familie sah sich mit finanziellen Schwierigkeiten konfrontiert, was zu häufigen Umzügen innerhalb Wiens führte.
- Früben Talent: Zeigte schon früh zeichnerische Fähigkeiten, die durch den Beruf seines Vaters und familiäre künstlerische Neigungen gefördert wurden.
- Er studierte 1876 an der Wiener Kunstgewerbeschule (Schule für Angewandte Künste) Architekturmalerei bei Ferdinand Laufberger. Dies bot eine solide technische Ausbildung, aber auch die Exposition gegenüber traditionellen akademischen Stilen.
- Im Jahr 1877 gründete er mit seinem Bruder Ernst und Franz von Matsch die „Gesellschaft der Künstler“ und sichere Aufträge für dekorative Wandmalereien und Decken.
Die Gesellschaft der Künstler und Früher Erfolg (1883-1900)
- Arbeitete weiterhin mit der „Gesellschaft der Künstler“ nach dem Verlassen der Kunstgewerbeschule und erhielt Anerkennung für dekorative Projekte wie Wandmalereien im Theater von Karlsbad und Treppenhäuser im Burgtheater in Wien.
- Tragte zur Dekoration des Kunsthistorischen Museums in Wien bei, demonstrierte technische Fertigkeit, deutete aber auch auf ein Verlangen hin, künstlerische Zwänge zu brechen.
Die Decke der Universität Wien und Kontroversen (1900)
- Erfuhr um 1900 eine prestigeträchtige Beauftragung, Deckenmalereien für den Großen Saal der Universität Wien zu malen, die Philosophie, Jurisprudenz und Theologie darstellten.
- Kontroverse Werke: Die Wandmalereien, insbesondere *Philosophie*, wurden von Kritikern als provokativ und sogar pornografisch angesehen, was zu öffentlicher Empörung führte.
- Klimt lehnte nach der Kontroverse weitere öffentliche Aufträge ab und markierte damit einen Wendepunkt in seiner Karriere.
Die „Goldene Phase“ und künstlerische Reife (1901-1918)
- Betrat seine „goldene Phase“, die durch den luxuriösen Einsatz von Blattgold inspiriert vom byzantinischen Mosaik und mittelalterlichen illuminierten Handschriften gekennzeichnet war.
- Wichtige Werke: *Der Kuss* (1907-1908) veranschaulicht den opulenten Stil und die symbolische Fülle dieser Ära.
- *Porträts:* Porträts wie *Portrait of Adele Bloch-Bauer I* (1907) wurden sehr begehrt und zeigten seine Fähigkeit, sowohl physische Erscheinung als auch psychologische Tiefe einzufangen.
- Integriert zunehmend dekorative Elemente in Kompositionen und verwischte die Grenzen zwischen Malerei und Ornamentik.
Einflüsse und künstlerischer Stil
- Hans Makart: Frühe Bewunderung für den führenden Historienmaler Wiens beeinflusste seine anfängliche akademische Ausbildung.
- Japanische Kunst (Japonismus): Wurde tief von japanischen Holzschnitten beeinflusst, insbesondere durch ihre flache Perspektive, dekorative Muster und Betonung der Linie.
- Byzantinische Kunst: Der Einsatz von Blattgold und reicher Ornamentik in byzantinischen Mosaiken hatte einen tiefgreifenden Einfluss auf seine „goldene Phase.”
- Stilmerkmale: Ein einzigartiges Zusammenspiel von Symbolismus, Jugendstil und dekorativen Elementen; kräftige Farben, komplizierte Muster und sinnliche Darstellungen der weiblichen Form.
Späte Jahre und Vermächtnis (1918)
- Malte weiterhin produktiv bis zu seinem Tod am 6. Februar 1918 durch einen Schlaganfall.
- Seine späteren Werke erforschten abstraktere Formen und Landschaften und zeigten eine kontinuierliche künstlerische Entwicklung.
- Historische Bedeutung: Wird als eine der wichtigsten Figuren in der österreichischen Kunstgeschichte und als einer führenden Vertreter des Wiener Secessions anerkannt. Seine Gemälde erzielen hohe Preise auf Auktionen, und sein Einfluss ist in der zeitgenössischen Kunst und im Design zu sehen.
- Das Kunsthistorische Museum Wien beherbergt eine bedeutende Sammlung seiner Werke und sichert so das Vermächtnis, das weiterhin inspiriert.
Gustav Klimt
1862 - 1918 , Österreich
Kurzinfos
- Beeinflusste Künstler: ['Egon Schiele']
- Bemerkenswerte Werke:
- Der Kuss
- Adele Bloch-Bauer I
- Geburtsdatum: 1862-07-14
- Geburtsort: Baumgarten, Österreich
- Künstlerische Einflüsse:
- Hans Makart
- Japanische Kunst
- Byzantinische Kunst
- Künstlerische Richtung: Wiener Secession
- Nationalität: Österreichisch
- Todatum: 1918-02-06
- Vollständiger Name: Gustav Klimt

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