Neuer Mensch
Tusche auf Papier
Suprematismus
1913
Moderne
27.0 x 21.0 cm
Handgefertigte Ölreproduktion
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Neuer Mensch
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Neue Figur – Ein Blick auf Malevichs „Neue Figur“ (1913)
Die Kunstwelt wird selten von einer Arbeit so tiefgreifend beeindrucken wie Kazimir Malevichs „Neue Figur“ aus dem Jahr 1913. Dieses Werk ist mehr als nur eine Zeichnung; es ist ein Schlüssel zum Verständnis der Entwicklung des Suprematismus und dessen Einfluss auf die gesamte Avantgarde des frühen 20. Jahrhunderts. Eine Analyse dieser außergewöhnlichen Darstellung offenbart eine faszinierende Mischung aus geometrischen Formen, Symbolik und sozialer Kontextualisierung. ### Das Motiv und die Komposition: Fragmentierung und Fokus Malevichs „Neue Figur“ präsentiert eine fragmentierte Darstellung eines Mannes in Kostüm – ein beeindruckendes Beispiel für die künstlerische Suche nach neuen Ausdrucksformen. Der Künstler konzentriert sich intensiv auf diese zentrale Gestalt, indem er sie von Taille aufwärts einfängt und dabei einen Helmkopf, eine Kapuze und eine stilisierte Maske dominiert. Die vollständige Abwesenheit eines Hintergrunds verstärkt diesen Effekt und schafft eine Atmosphäre der Isolation und einer anderenweltlichen Präsenz. Diese ungewöhnliche Komposition ist ein direkter Ausdruck des Suprematismus’ zentralen Prinzipien: die Reduktion auf reine geometrische Formen und die Ablehnung jeder Darstellung von Realität. ### Stilistische Innovation und Einflüsse vom Kubismus Obwohl Malevich weiterhin Elemente des Kubismus aufweist – insbesondere in den gebrochenen Ebenen und den winkeligen Linienführung – überschreitet „Neue Figur“ diese Grenzen deutlich. Es geht nicht darum, einen Mann zu zeigen, sondern eine abstrakte Form zu konstruieren, die neue Möglichkeiten für künstlerischen Ausdruck verkörpert. Diese Entscheidung spiegelt sich wider in der Verwendung von einfachen geometrischen Formen wie Rechtecken und Dreiecken, die eine dynamische Struktur bilden und gleichzeitig eine gewisse Spannung erzeugen. Die Beschäftigung mit diesen Formen ist ein deutlicher Bruch mit traditionellen Darstellungsmethoden und steht im Dienste einer neuen künstlerischen Sprache. ### Technik und Materialien: Präzision und Ausdruckskraft Die Zeichnung wurde mit kraftvollen schwarzen Strichen auf vergilbtem Papier ausgeführt, was nicht nur eine historische Tiefe verleiht, sondern auch einen besonderen Charakter für das Werk schafft. Die verwendeten Materialien – insbesondere die Auswahl von Papier – unterstreichen Malevichs außergewöhnliche technische Fähigkeiten und seinen Fokus auf Präzision und Ausdruckskraft. Die dicken, winkeligen Linien zeichnen Formen präzise nach und schaffen eine beeindruckende Wirkung durch ihre Konturenführung. Gleichzeitig wird ein Gefühl von Bewegung und Fragmentierung vermittelt, das für die damalige Zeit charakteristisch ist und dennoch bis heute faszinierend wirkt. ### Historischer Kontext und gesellschaftliche Bedeutung „Neue Figur“ entstand im Jahr 1913 inmitten einer Zeit großer künstlerischer Experimente und sozialer Umwälzungen in Russland. Die Revolution stand unmittelbar bevor, und Malevichs Werk spiegelt einen Wunsch wider, sich von etablierten künstlerischen Konventionen zu lösen und eine neue visuelle Sprache für eine neue Ära zu schaffen. Diese Arbeit gilt als Vorläufer seiner berühmtesten Werke wie „Schwarz Quadrat“ und steht somit für die Entwicklung eines neuen Kunstverständnisses und dessen Verbindung zur politischen und gesellschaftlichen Debatte der Zeit. Durch diese außergewöhnliche Darstellung wird nicht nur ein Meisterwerk geschaffen, sondern auch ein wichtiger Beitrag zur Geschichte der modernen Kunstgeschichte geleistet.Ähnliche Kunstwerke
Über den Künstler
Kazimir Malevich: Ein Pionier der abstrakten Kunst
Kazimir Severinovich Malevich, geboren 1878 in der ukrainischen Oblast Kiew, war eine Schlüsselfigur der russischen Avantgarde und gilt als einer der Begründer der abstrakten Malerei. Sein Leben und Werk spiegeln eine tiefgreifende Auseinandersetzung mit Traditionen, dem Wunsch nachlicher moderner Ausdrucksweise und einer radikalen Neudefinition dessen, was Kunst sein kann. Seine frühen Jahre in der ländlichen Ukraine prägten seine künstlerische Sensibilität, während seine Reisen nach Europa ihn mit den neuesten Strömungen des internationalen Kunstbetriebs vertraut machten.
Malevichs Ausbildung begann in Kiew, wo er die Grundlagen der Malerei lernte. Doch schon früh suchte er nach neuen Wegen und zog nach Moskau, um sich den aufkommenden avantgardistischen Bewegungen zuzuschliessen. Diese Phase war entscheidend für seine Entwicklung, da er mit Künstlern wie Wassili Kandinsky und Michail Larionow in Kontakt kam und von deren Ideen inspiriert wurde. Ein bedeutender Wendepunkt in seinem Leben war die Reise nach Paris im Jahr 1912, wo er die Werke von Pablo Picasso, Henri Matisse und anderen modernen Künstlern kennenlernte. Diese Begegnungen erweiterten seinen Horizont und trugen dazu bei, dass er sich zunehmend von traditionellen Maltechniken distanzierte.
Frühes Leben und künstlerische Einflüsse
Malevichs Kindheit in der ländlichen Ukraine war geprägt von den Traditionen des ukrainischen Volkes. Er wuchs in einer polnisch-ukrainischen Familie auf, die eine reiche kulturelle Geschichte hatte. Diese Erfahrung beeinflusste sein späteres Werk, das oft Elemente der Volkskunst und Folklore aufweist. Gleichzeitig war er jedoch auch von der Moderne fasziniert und suchte nach neuen Wegen, um seine künstlerische Vision auszudrücken. Seine frühe Ausbildung in Kiew vermittelte ihm die Grundlagen der Malerei, während seine Reisen nach Europa ihn mit den neuesten Entwicklungen in der Kunstwelt vertraut machten.
Zu seinen wichtigsten Einflüssen gehörten die Werke von Vincent van Gogh, Paul Cézanne und Wassily Kandinsky. Van Goghs expressive Farben und Pinselstriche inspirierten ihn zu einer neuen Art, mit Farbe umzugehen, während Cézannes geometrische Reduktion der Natur ihm half, die Welt in ihre grundlegenden Formen zu zerlegen. Kandinskys abstrakte Gemälde zeigten ihm, dass Kunst nicht unbedingt eine Abbildung der Realität sein muss, sondern auch eine Ausdrucksform für innere Gefühle und Ideen.
Die Entwicklung des Suprematismus
Um 1915 entwickelte Malevich den Begriff "Suprematismus", der die Vorherrschaft der reinen Empfindung in der Kunst betonte. Der Suprematismus lehnte jede Darstellung von Objekten aus der sichtbaren Welt ab und konzentrierte sich stattdessen auf grundlegende geometrische Formen wie Quadrate, Kreise und Rechtecke. Diese Formen sollten nicht als Symbole für etwas anderes verstanden werden, sondern als reine Ausdrucksmittel. Malevichs bekanntestes Werk, "Schwarzes Quadrat auf weißem Grund" (1915), verkörperte diese Idee auf eindrückliche Weise. Das Bild besteht aus einem schwarzen Quadrat, das auf einem weißen Hintergrund steht und somit die Grenzen der traditionellen Malerei sprengt.
In den folgenden Jahren experimentierte Malevich mit verschiedenen Formen und Farben und entwickelte neue Stile innerhalb des Suprematismus. Er schuf Werke wie "Weiß auf Weiß" (1918), eine Reihe von Gemälden, in denen weiße geometrische Formen gegen eine weiße Wand dargestellt werden, und "Haus unter Bau" (1916), das die ukrainische Kultur durch abstrakte Formen darstellt. Diese Werke zeigten seine Fähigkeit, komplexe Ideen auf minimalistische Weise zu vermitteln.
Wichtige Leistungen und historischer Einfluss
Malevichs Werk hatte einen tiefgreifenden Einfluss auf die Entwicklung der abstrakten Kunst des 20. Jahrhunderts. Seine Ideen über reine Empfindung und geometrische Abstraktion inspirierten Künstler wie El Lissitzky, Piet Mondrian und Kazimir Malevich. Der Suprematismus beeinflusste Bewegungen wie Minimalismus und Konstruktivismus und trug dazu bei, die Grenzen der künstlerischen Ausdrucksweise zu erweitern. Trotz politischer Verfolgung unter Stalin – zunächst unterstützt, dann unterdrückt – blieb Malevich in seiner Praxis und Lehre bestehen.
Sein Werk wurde lange Zeit übersehen, erlebte aber in den 1960er Jahren eine Wiederentdeckung und festigte seinen Platz als eine der wichtigsten Figuren der modernen Kunstgeschichte. Heute werden seine Gemälde in Museen auf der ganzen Welt ausgestellt und sind ein wichtiger Bestandteil des internationalen Kunstbetriebs.
Spätes Leben und Tod
In seinen späteren Jahren kehrte Malevich zu figurativer Malerei zurück, versuchte jedoch, seine abstrakten Prinzipien mit repräsentativen Formen zu synthetisieren. Er lehrte und schrieb über Kunst bis zu seinem Tod in Leningrad (heute St. Petersburg) im Jahr 1935. Sein Werk blieb jahrzehntelang nach seinem Tod verkümmert, erlebte aber in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine Wiederentdeckung und festigte seinen Platz als eine der wichtigsten Figuren der modernen Kunstgeschichte.
Kasimir Sewerinowitsch Malewitsch
1878 - 1935 , Ukraine
Kurzinfos
- Beeinflusste Künstler: ['El Lissitzky']
- Bemerkenswerte Werke:
- Schwarzes Quadrat
- Weiß auf Weiß
- Haus unter Bau
- Geburtsdatum: 1878-02-23
- Geburtsort: Kiew Oblast, Ukraine
- Künstlerische Bewegung: Suprematismus, abstrakte Kunst
- Nationalität: Ukrainisch, Russisch
- Todatum: 1935-05-15
- Vollständiger Name: Kasimir Sewerinowitsch Malewitsch
- Von Künstlern Beeinflusst:
- Impressionismus
- Symbolismus
- Fauvismus
- Kubismus

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