Blüten und Früchte der Pomelo, ein Zweig des Hennah und ein Gleitflügeler, Sarawak
Öl auf Leinwand
Wandkunst
Viktorianische botanische Malerei
1876
36.0 x 45.0 cm
Marianne North Galerie
Giclée / Kunstdruck
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Blüten und Früchte der Pomelo, ein Zweig des Hennah und ein Gleitflügeler, Sarawak
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Ein viktorianisches Fenster zur Seele Borneos
Marianne Norths „Flowers and Fruit of the Pomelo, a Branch of Hennah and Flying Lizard, Sarawak“ ist nicht bloß ein Stillleben; es ist ein lebendiges Portal zu einer verschwundenen Welt. Gemalt im Jahr 1876 während ihrer außergewöhnlichen globalen botanischen Expeditionen, fängt dieses Ölgemälde auf Tafel mehr als nur die Schönheit der südostasiatischen Flora ein – es verkörpert den Geist einer visionären viktorianischen Frau, die Konventionen trotzte und sich voll und ganz in die Naturwunder Borneos vertiefte. Das Gemälde versetzt uns in eine feuchte Lichtung des Regenwaldes, gebadet in gesprenkeltem Sonnenlicht, wo exotische Früchte, zarte Blüten und eine überraschend aufmerksame Eidechse in einem Tableau von exquisiter Detailtreue nebeneinander existieren.
Norths Herangehensweise war für ihre Zeit revolutionär. Anstatt Pflanzen lediglich zu dokumentieren, suchte sie deren Essenz einzufangen – ihre Texturen, Farben und die ganz eigene Atmosphäre ihres Lebensraums. Dies zeigt sich in der akribischen Darstellung der Pomelo-Frucht, deren raue Schale mit der samtigen Weichheit der Blüten kontrastiert, sowie im subtilen Spiel des Lichts auf den Schuppen der Eidechse. Die Einbeziehung der Eidechse selbst – ein Geschöpf, das in Stillleben oft übersehen wird – verleiht dem Werk einen Hauch unerwarteter Dynamik und deutet auf die tiefe Verbundenheit aller Lebewesen innerhalb dieses Ökosystems hin.
Die Künstlerin: Eine Pionierin der botanischen Kunst
Marianne North (1830–1890) war eine außergewöhnliche Persönlichkeit, eine autodidaktische Botanikerin, Künstlerin und unerschrockene Entdeckerin. Geboren in die Privilegien von Hastings, England, lehnte sie den für eine Frau ihres Standes erwarteten Lebensweg ab und begab sich auf eine lebenslange Reise, um die Flora der Welt zu dokumentieren. Ihre Reisen führten sie über Kontinente hinweg – von Brasilien und Japan bis nach Indien und Borneo. Dabei wagte sie sich oft tief in entlegene Wildnisse vor, wobei sie sich allein auf ihren Einfallsreichtum und ihr künstlerisches Geschick verließ. Im Jahr 1882 errichtete sie ihre eigene Galerie in den Kew Gardens, in der sie über 800 ihrer Gemälde präsentierte – ein Zeugnis ihrer Hingabe und der bemerkenswerten Breite ihres Schaffens.
Norths Expeditionen dienten nicht nur dem Sammeln von Exponaten; sie waren getrieben von einem tiefen Respekt vor der Natur und dem Wunsch, deren Schönheit mit der Welt zu teilen. Sie studierte akribisch die lokalen Kulturen und dokumentierte deren Traditionen und Glaubensvorstellungen neben ihren botanischen Beobachtungen. Ihr Werk spiegelt ein tiefes Verständnis für die Verflechtung zwischen Menschheit und natürlicher Umwelt wider – eine Perspektive, die ihrer Zeit erstaunlich weit voraus war.
Symbolik und Kontext: Das reiche Geflecht Borneos
Das Gemälde ist tief in dem kulturellen Kontext von Sarawak verwurzelt, das damals eine britische Kronkolonie war. Die Pomelo selbst besitzt in Südostasien eine bedeutende symbolische Relevanz; sie steht für Wohlstand, Fruchtbarkeit und Glück – und wird oft bei festlichen Anlässen prominent dargestellt. Das Hennah (Lawsonia inermis), das zum Färben von Haaren und Fingernägeln verwendet wird, zeugt von der reichen Tradition des Handwerks und der Schönheitsrituale der Region. Und die Eidechse, ein alltäglicher Anblick in den Regenwäldern Borneos, verkörpert Resilienz und Anpassungsfähigkeit.
Darüber hinaus war Norths Entscheidung, ein Tier in ein Stillleben einzubinden, nicht willkürlich. Sie spiegelt ihren Glauben an die Verbundenheit aller Lebewesen wider und unterstreicht das empfindliche Gleichgewicht des Ökosystems, das sie so leidenschaftlich dokumentierte. Die wachsame Haltung der Eidechse deutet auf eine lebendige, pulsierende Welt hin – ein Mikrokosmos der biologischen Vielfalt Borneos.
Ein Vermächtnis aus Beobachtung und Schönheit
„Flowers and Fruit of the Pomelo“ ist weit mehr als nur ein schönes Gemälde; es ist ein Fenster in eine vergangene Ära – ein Zeugnis für Marianne Norths Pioniergeist, ihr künstlerisches Können und ihre tiefe Verbindung zur natürlichen Welt. Reproduktionen fangen die Lebendigkeit und Detailtiefe des Originals ein und bieten einen fesselnden Einblick in die Wunder der Regenwälder Borneos. Es bleibt eine kraftvolle Mahnung an die Bedeutung des Naturschutzes und an die beständige Schönheit der vielfältigen Ökosysteme unseres Planeten.
Ähnliche Kunstwerke
Über den Künstler
Marianne North: Ein Leben in Botanischer Kunst
Frühes Leben und Ausbildung
- Marianne North, geboren am 24. Oktober 1830 in Hastings, Vereinigtes Königreich, war die älteste Tochter einer wohlhabenden Landbesitzerfamilie.
- Ihr frühes Leben umfasste eine Gesangsausbildung bei Charlotte Helen Sainton-Dolby. Ihre Gesangsbeschäftigungen wurden jedoch durch Krankheit eingeschränkt.
- Nach diesem Rückschlag wandte sie sich der Malerei von Blumen zu, die dann zur bestimmenden Leidenschaft und dem Fokus ihres Lebenswerdegangs wurde.
Umfassende Reisen und botanische Entdeckungen
- Marianne North unternahm umfangreiche Reisen um die Welt, beginnend in ihren 40ern – ein bemerkenswert unabhängiges Unterfangen für eine Frau des viktorianischen Zeitalters.
- Ihre Reisen führten sie nach Syrien, dem Nil, Sizilien, Kanada, den Vereinigten Staaten, Jamaika, Brasilien, Teneriffa, Kalifornien, Japan, Borneo, Java, Ceylon (Sri Lanka), Indien, Australien und Neuseeland.
- Diese Reisen waren nicht nur Sightseeing; sie dokumentierten die Flora jeder Region detailliert durch botanische Gemälde.
- Sie entdeckte während ihrer Expeditionen zahlreiche Pflanzenarten und trug somit erheblich zum botanischen Wissen bei.
Künstlerischer Stil und Entwicklung
- Norths künstlerischer Stil ist durch seine detaillierte Realismus und lebendige Farbpalette gekennzeichnet.
- Sie arbeitete hauptsächlich in Ölfarben und schuf Gemälde, die den Wesenszug der exotischen Pflanzen und Landschaften mit bemerkenswerter Genauigkeit erfassten.
- Ihr Ansatz war größtenteils autodidaktisch; sie entwickelte ihre Fähigkeiten durch Beobachtung und Übung während ihrer Reisen.
- Obwohl sie nicht einer bestimmten Kunstrichtung angehören konnte, spiegeln ihre Werke Elemente des viktorianischen Naturalismus und der wissenschaftlichen Illustration wider.
Bekannte Werke und die Kew-Galerie
- Zu ihren bekanntesten Werken gehören Foliage, Flowers and Fruit of the Cashew, Tanjore, India, Elephants, Exotic Fish und Leaf Insect.
- Um die Bedeutung ihrer Sammlung zu würdigen, schenkte Marianne North rund 800 Gemälde an den Royal Botanic Gardens, Kew.
- Im Jahr 1882 wurde eine spezielle Galerie in Kew errichtet, um ihre Werke auszustellen – die Marianne North Gallery. Diese ist bis heute ein beliebtes Ausstellungsstück.
Vermächtnis und historische Bedeutung
- Marianne North stellte konventionelle viktorianische Erwartungen für Frauen in Frage, indem sie eine unabhängige Reise und eine professionelle künstlerische Karriere verfolgte.
- Ihre Gemälde liefern wertvolle Dokumentationen des Pflanzenleibs aus der ganzen Welt im 19. Jahrhundert und dienen sowohl als Kunstwerk als auch als wissenschaftliche Aufzeichnung.
- Die Restaurierung der Marianne North Gallery in Kew im Jahr 2008 unterstrich ihr bleibendes Vermächtnis und ihren Beitrag zur Botanik und Kunst.
- Sie wird als Pionierin der botanischen Kunst und eine abenteuerlustige Seele remembered, die gesellschaftliche Normen zu überwinden wagte, um ihren Leidenschaften nachzugehen.
Marianne North
1830 - 1890 , Vereinigtes Königreich
Kurzinfos
- Bemerkenswerte Werke:
- Foliage, Flowers and Fruit...
- Elephants
- Exotic Fish
- Leaf Insect
- Geburtsdatum: 24. Oktober 1830
- Geburtsort: Hastings, Vereinigtes Königreich
- Künstlerische Richtung: Botanische Kunst, Naturalismus
- Nationalität: Britisch
- Sterbedatum: 30. August 1890
- Vollständiger Name: Marianne North

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