Apostel Simon
Öl auf Leinwand
Wandkunst
1661
5.0 x 79.0 cm
Kunsthaus Zürich
Giclée / Kunstdruck
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Apostel Simon
Giclée / Kunstdruck
Format der Reproduktion
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Gesamtpreis
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Sammlerstück-Beschreibung
Der Apostel Simon – Eine Studie in Licht und Kontemplation
Rembrandt Harmenszoon van Rijns „Der Apostel Simon“, gemalt im Jahr 1661 während der Abenddämmerung seiner glanzvollen Karriere, ist weit mehr als ein bloßes Porträt; es ist eine tiefgründige Meditation über den Glauben, die Einsamkeit und das bleibende Gewicht spiritueller Erfahrung. Dieses in Öl auf Leinwand ausgeführte Werk, das heute im Kunsthaus Zürich zu finden ist, beispielhaft für Rembrandts meisterhafte Beherrschung des Tenebrismus – einer dramatischen Technik, die durch starke Kontraste zwischen Licht und Schatten gekennzeichnet ist und der Szene eine fast theatralische Intensität verleiht. Das Gemälde zieht den Betrachter sofort in eine Welt gedämpfter Töne, in der tiefe Brauntöne, Ocker und Grau die Palette dominieren und ein Gefühl von Intimität und stiller Reflexion erzeugen. Es ist eine bewusste Abkehr von den lebhaften Farben, die oft mit seinem früheren Werk assoziiert werden, was vielleicht eine Verschiebung des künstlerischen Fokus Rembrandts in dieser späten Phase widerspiegelt.Eine Figur, definiert durch Schatten und Substanz
Die zentrale Figur, identifiziert als Simon der Zelot, wird im Dreiviertelprofil dargestellt, wobei sein Blick leicht nach unten gerichtet ist, was eher auf Introspektion als auf äußere Behauptung hindeutet. Sein Gesicht, gezeichnet von den Linien der Erfahrung – ein subtiles Netzwerk aus Falten, das sowohl Weisheit als auch Trauer erahnen lässt – ist mit bemerkenswerter Detailtreue wiedergegeben und fängt nicht nur physische Merkmale, sondern auch eine tieferliegende Melancholie ein. Die schwere Stirn, der sorgfältig skulptierte Bart und der Schnurrbart tragen alle zu einem Eindruck von stiller Würde und kontemplativer Ernsthaftigkeit bei. Man beachte, wie geschickt Rembrandt Schatten einsetzt, um das Gesicht zu formen, die Ebenen der Wangenknochen und der Stirn hervorzuheben und gleichzeitig bestimmte Details zu verbergen, wodurch ein Schleier des Mysteriums um die inneren Gedanken des Apostels gewebt wird. Auch die Hände, die locker in seinem Schoß ruhen, sind gleichermaßen ausdrucksstark und vermitteln ein Gefühl von Erdung und Widerstandsfähigkeit.Symbolik und historischer Kontext
Der historische Kontext des Gemäldes ist entscheidend für das Verständnis seiner tieferen Bedeutung. Simon der Zelot war, wie der Name schon sagt, ein Mitglied der Zeloten, einer jüdischen politischen Bewegung, die der römischen Herrschaft in Judäa entgegentrat. Während die Interpretationen variieren, glauben viele Gelehrte, dass er eine Gruppe von glühenden religiösen Aktivisten repräsentierte, die durch bewaffneten Widerstand die jüdische Souveränität wiederherstellen wollten. Rembrandts Darstellung erkennt diesen Hintergrund subtil an, ohne ihn explizit zu befürworten. Die Umgebung – ein schlichtes Interieur mit einer Wand, die mit Kunstwerken geschmückt ist – deutet auf einen Raum hin, der fernab vom Tumult des öffentlichen Lebens liegt, ein Refugium für stille Kontemplation und spirituelle Reflexion. Das Kunstwerk an der Wand selbst könnte als Darstellung der vergangenen Kämpfe des Apostels oder als Verbindung zu der umfassenderen Erzählung von Glauben und Widerstand interpretiert werden.Rembrandts Technik: Licht als Offenbarung
Rembrandts Genie liegt nicht nur in seiner Fähigkeit, Ähnlichkeiten einzufangen, sondern auch in seiner meisterhaften Manipulation des Lichts. Eine einzige, diffuse Lichtquelle – die wahrscheinlich von einem Fenster auf der linken Seite stammt – beleuchtet das Gesicht und die Hände des Apostels und wirft tiefe Schatten, die den Rest der Komposition einhüllen. Dieser dramatische Kontrast erzeugt ein kraftvoltes Gefühl von Tiefe und Volumen, das das Auge des Betrachters direkt auf die zentrale Figur lenkt. Die Verwendung des Chiaroscuro, des Zusammenspiels von Licht und Dunkel, ist besonders deutlich in der Darstellung des Stoffes erkennbar – die Falten und Knicke werden durch das Spiel von Licht und Schatten subtil definiert, was der Szene Textur und Realismus verleiht. Darüber hinaus trägt Rembrandts charakteristische Technik, die Farbe direkt aus der Tube aufzutragen – eine Praxis, die er im Laufe seiner Karriere perfektionierte – zur Unmittelbarkeit und expressiven Qualität des Gemäldes bei. Die Pinselstriche sind locker und selbstbewusst und vermitteln ein Gefühl von Spontaneität und emotionaler Intensität.Ein Vermächtnis emotionaler Tiefe
„Der Apostel Simon“ ist ein Zeugnis für Rembrandts unvergängliche Fähigkeit, die Komplexität der menschlichen Erfahrung einzufangen – das Spannungsfeld zwischen Glauben und Zweifel, Einsamkeit und Verbundenheit, Stärke und Verletzlichkeit. Es ist ein Gemälde, das zu langem Nachsinnen einlädt und den Betrachter dazu anregt, nicht nur die dargestellte Figur, sondern auch das tiefe Verständnis des Künstlers für die menschliche Verfassung zu betrachten. Reproduktionen dieses Werkes bieten eine wunderbare Gelegenheit, Rembrandts Genie zu würdigen und seine evokative Vision in jeden Raum zu bringen, als eindringliche Erinnerung an die Macht der Kunst, die Tiefen unserer Seelen zu erhellen.Ähnliche Kunstwerke
Über den Künstler
Rembrandt van Rijn: Leben & Erbe
Frühes Leben und Ausbildung (1606-1625)
- Rembrandt Harmenszoon van Rijn wurde am 15. Juli 1606 in Leiden, Niederlande – einem geschäftigen Zentrum der Holländischen Republik im Goldenen Zeitalter – geboren.
- Sein Vater, Harmen Gerritszoon van Rijn, war Müller, und seine Mutter, Neeltgen Willemsdochter van Zuytbrouck, stammte aus einer Familie von Bäckerinnen. Dies ermöglichte Rembrandt den Zugang zur Bildung an der Lateinschule in Leiden.
- Um 1620 begann er eine Lehre bei Jacob van Swanenburg in Leiden.
- Ein entscheidender sechsmonatiger Zeitraum (1624) wurde unter Pieter Lastman in Amsterdam verbracht, dessen dramatische Verwendung von Licht und Schatten Rembrandts frühe Arbeit nachhaltig beeinflusste.
- Nach seiner Rückkehr nach Leiden gründete er um 1625 sein eigenes Atelier, das er mit dem Künstler Jan Lievens teilte.
Früher Karriere und Umzug nach Amsterdam (1625-1642)
- Rembrandt erlangte schnell in Leiden Anerkennung für seine historischen Gemälde und Porträts.
- Im Jahr 1629 profitierte er vom Gönnertum von Constantijn Huygens und erhielt Aufträge vom Haagischen Hof – ein Wendepunkt in seiner Karriere.
- Er zog 1631 nach Amsterdam und wurde als erfolgreicher Porträtist tätig, der wohlhabende Kunden anzog.
- Im Jahr 1634 heiratete er Saskia van Uylenburgh, die Tochter eines einflussreichen Juristen und Bürgermeisters, wodurch er gesellschaftlichen Einfluss und anfängliche finanzielle Stabilität erlangte.
Künstlerische Entwicklung und Stil
- Rembrandts künstlerische Entwicklung war durch ständige Experimente gekennzeichnet. Er ging von idealisierten Formen ab zu realistischen und emotional ausdrucksstarken Darstellungen.
- Frühes Zeitalter (ca. 1625-1635): Geprägt von detaillierter Realismus und dem Einfluss von Lastman.
- Reifes Zeitalter (ca. 1635-1650er): Charakterisiert durch die meisterhafte Verwendung von *Chiaroscuro* – dramatischem Licht und Schatten, das psychische Tiefe erzeugt. Seine Pinselstrichführung wurde lockerer und vermittelte Textur und Emotion.
- Spätes Zeitalter (ca. 1650er-1669): Eine Rückkehr zu einer gedämpfteren Farbpalette, die sich auf intime Porträts und biblische Szenen konzentrierte, die persönliche Kämpfe und spirituelle Reflexionen widerspiegeln.
Wichtige Werke und Leistungen
- Die Anatomie-Vorlesung von Dr. Nicolaes Tulp (1632): Pionierhaftes Gruppenporträt, das menschliche Anatomie und Persönlichkeit zeigt.
- Belshazzars Festmahl (1635): Dramatische biblische Szene, die meisterhafte Verwendung von Licht, Schatten und Komposition demonstriert.
- Die Wache (1642) – offiziell Militärkompanie des Bezirks II unter dem Kommando von Kapitän Frans Banninck Cocq: Ein dynamisches Gruppenporträt, das das Genre mit innovativer Komposition und Beleuchtung neu definierte.
- Selbstporträts: Ungefähr 40 Selbstporträts, die ein einzigartiges visuelles Zeugnis seines Alterns und seiner künstlerischen Vision bieten.
Einflüsse und Vermächtnis
- Italienische Meister: Studierte Werke von Titian, Caravaggio durch Drucke und Reproduktionen.
- Caravaggio: Die dramatische Verwendung von Licht und Schatten hatte einen tiefgreifenden Einfluss auf Rembrandts Stil.
- Niederländische und flämische Künstler: Von zeitgenössischen Künstlern beeinflusst, die in der Holländischen Republik und Flandern wirkten.
- Rembrandt revolutionierte das Porträtmalerei, erhob die Radierung zu einer Kunstform von Rang und erforschte tiefgründige psychologische Themen.
- Trotz persönlicher Tragödien und finanzieller Schwierigkeiten dauerte sein Ruf an. Er gilt heute als Eckpfeiler der holländischen Kunst und als universelles Symbol des künstlerischen Genies.
Historische Bedeutung
- Rembrandts Werk spiegelt den Geist der Holländischen Goldenen Zeit wider – wirtschaftliche Prosperität, intellektuelles Aufblühen und künstlerische Innovation.
- Er erfasste die Essenz dieser Epoche durch Porträts, biblische Szenen, die bei den Zuschauern Anklang fanden, und die Erforschung universeller menschlicher Emotionen.
- Seine Lebensgeschichte – geprägt von Erfolg und Widrigkeiten – hat ihn zu einer faszinierenden Figur in der Kunstgeschichte gemacht. Er bleibt ein dauerhaftes Symbol für Hingabe zum Handwerk, selbst inmitten persönlicher Herausforderungen. Rembrandts Einfluss auf nachfolgende Generationen von Künstlern ist unermesslich.
Rembrandt van Rijn
1606 - 1669 , Niederlande
Kurzinfos
- Beeinflusste Künstler:
- Pieter Lastman
- Caravaggio
- Italienische Meister
- Bemerkenswerte Werke:
- Anatomie-Vorlesung Dr. Tulp
- Belshazzars Festmahl
- Die Nachtwache
- Selbstporträts
- Geburtsdatum: 15. Juli 1606
- Geburtsort: Leiden, Niederlande
- Künstlerische Richtung: Barockmalerei
- Nationalität: Niederländisch
- Sterbedatum: 1669
- Vollständiger Name: Rembrandt van Rijn

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