Following the Light of the Sun, I Only Discovered the Ground
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Following the Light of the Sun, I Only Discovered the Ground
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A Monument to Misplaced History: Runo Lagomarsino’s ‘Following the Light of the Sun, I Only Discovered the Ground’
Runo Lagomarsino's 2012-2014 work, “Following the Light of the Sun, I Only Discovered the Ground,” isn’t merely a slide projection; it’s an immersive interrogation of colonial narratives and the often-fragile nature of historical monuments. At first glance, the piece presents itself as a documentation of a construction site – a sprawling industrial landscape dominated by a colossal, curving metal structure reminiscent of a disassembled pipe organ. However, this seemingly straightforward observation quickly unravels into a complex meditation on power, displacement, and the deliberate obfuscation of history. The work’s strength lies not in its aesthetic beauty, but in its unsettling juxtaposition of the mundane – workers diligently assembling the monument – with the monumental itself, rendered through a series of faded, almost ghostly images sourced from the archive of the controversial Georgian-Russian artist Zurab Tsereteli.
The Anatomy of Disassembly: Technique and Visual Language
Lagomarsino’s technique is deliberately understated, relying on the inherent power of photographic documentation. The slide projection, utilizing a vintage Kodak carousel projector, creates a sense of both nostalgia and decay. The monochrome palette – predominantly shades of gray – amplifies the work's somber mood, mirroring the fragmented nature of the historical record being presented. Strong, curving lines define the metal structure, contrasting sharply with the more linear forms of the workers and the surrounding equipment. The inclusion of the Russian national anthem, played instrumentally, adds a layer of unsettling irony, highlighting the political context surrounding Tsereteli’s ambitious (and ultimately rejected) monument – intended to celebrate the 500th anniversary of Columbus' voyage to the Americas. The deliberate use of stamps and handwritten notes on the slides further reinforces this sense of archival manipulation and historical revisionism.
Echoes of Colonial Legacies: Symbolism and Context
“Following the Light of the Sun, I Only Discovered the Ground” is deeply rooted in the complex history of colonial heritage in Latin America. Lagomarsino’s work directly engages with the ongoing debates surrounding monuments – their construction, their meaning, and their role in perpetuating or challenging colonial power structures. The fragmented state of Tsereteli's monument—its disassembled parts scattered across a landscape—serves as a potent metaphor for the broken promises and unresolved conflicts inherent in colonial legacies. The inclusion of dates bleached by sunlight – referencing Lagomarsino’s own practice of creating drawings through exposure to light – subtly underscores the ephemeral nature of time and memory, suggesting that history is not fixed but constantly being reinterpreted and reshaped.
Beyond Reproduction: A Reflection on Displacement and Narrative
Ultimately, “Following the Light of the Sun, I Only Discovered the Ground” compels us to confront uncomfortable truths about how we construct our understanding of the past. The work’s deliberate ambiguity—the lack of a definitive narrative—invites viewers to engage in their own critical reflection on the stories we tell ourselves and the monuments we erect to honor them. The final image, a stack of double-sided posters bearing the phrase “For the ghosts and the raving poets,” suggests that history is not simply a collection of facts but also a realm of memory, speculation, and contested interpretations. It’s a powerful reminder that even seemingly objective documentation can be shaped by political agendas and personal biases.
Ähnliche Kunstwerke
Über den Künstler
Frühe Jahre und Formung: Ein schwedisch-brasilianischer Dialog
Runo Lagomarsino, geboren 1977 in Lund, Schweden, verkörpert eine faszinierende Schnittstelle kulturellen Erbes, die seine künstlerische Vision tief prägt. Seine Kindheit war einzigartig durch das Vermächtnis des Exils geprägt; seine Eltern waren argentinische Emigranten mit Wurzeln bei italienischen Einwanderern, die während des Ersten Weltkriegs vor Europa flohen. Diese Familiengeschichte – eine Erzählung, gewoben aus Vertreibung und der Suche nach Zugehörigkeit – wurde zu einem intrinsischen Element in Lagomarsinos Erkundung von Identität, Migration und den Komplexitäten des kulturellen Gedächtnisses. Er wuchs nicht einfach mit diesen Geschichten auf; er lebte darin, erlebte eine wiederholte Bewegung zwischen Schweden und Brasilien, die ihm eine tiefe Sensibilität für die Distanzen und Nähe vermittelte, die in den Begriffen von „Süden“ und „Norden“ inhärent sind. Diese frühe Exposition war nicht bloß biografisch, sondern veränderte seinen künstlerischen Ansatz grundlegend.
Lagomarsinos formale Ausbildung bildete eine starke Grundlage für diese sich entwickelnde Praxis. Er studierte an der Academy of Fine Art Valand in Göteborg, gefolgt von der Malmö Art Academy in Lund und gipfelte mit dem prestigeträchtigen Whitney Independent Study Program in New York City. Diese Erfahrungen waren keine isolierten Schritte, sondern vielmehr Bausteine, die es ihm ermöglichten, seinen konzeptuellen Rahmen zu verfeinern und ein vielfältiges Können zu entwickeln, das Collage, Zeichnung, Installation, Performance und Video umfasst. Das Whitney-Programm erwies sich dabei besonders als entscheidend, da es ein Umfeld kritischer Untersuchung und Experimentierfreude förderte, das ihn ermutigte, konventionelle künstlerische Grenzen herauszufordern.
Themen von Migration, Identität und kolonialen Echos
Im Zentrum von Lagomarsinos Werk steht eine beharrliche Befragung von Machtdynamiken – historisch, politisch und kulturell. Er versucht nicht einfach, Geschichten zu erzählen, sondern vielmehr, sie neu zu artikulieren, widersprüchliche Abhängigkeiten und komplexe Ereignisse aufzudecken, ohne deren inhärente Ambiguität zu reduzieren. Seine Installationen, Skulpturen und textbasierten Arbeiten bedienen sich oft Strategien der Verdrängung und Transformation und hinterfragen das Schreiben der Geschichte selbst, insbesondere im Kontext Lateinamerikas. Hier geht es nicht darum, neue Narrative aus einer kolonialisierten Perspektive zu konstruieren; es geht darum, die Brüche und blinden Pfade innerhalb bestehender Erzählungen aufzudecken.
Ein wiederkehrendes Motiv in seinem Œuvre ist die Erforschung alltäglicher Objekte und Materialien als Träger von Erinnerung und Bedeutung. Er verleiht diesen scheinbar banalen Elementen eine poetische Resonanz, fordert dominante Narrative heraus und lädt Betrachter ein, über ihre eigene Positionierung nachzudenken. Werke wie „La Muralla Azul“ (Die blaue Mauer) demonstrieren beispielsweise eine fesselnde abstrakte expressionistische Serie, die blaue Töne mit mediterranen Echos vermischt und koloniale Themen widerspiegelt und zur Kontemplation städtischer Landschaften anregt. Ähnlich nutzt „Following the Light of the Sun, I Only Discovered the Ground“ beeindruckende Sonnenschmuck-Zeichnungen, um die koloniale Geschichte und Migration zu erforschen und so eine tief bewegende Mischung aus Abstraktion und sozialem Kommentar zu schaffen.
Technik und poetische Verdrängung
Lagomarsinos künstlerischer Prozess ist geprägt von dem, was er als „präzise und poetische Verdrängungen“ beschreibt. Hierbei geht es nicht um große Gesten oder offenkundige Statements, sondern vielmehr um subtile Interventionen, die Reibung erzeugen und verborgene Bedeutungsebenen enthüllen. Er arbeitet oft mit Fundobjekten und transformiert deren ursprünglichen Kontext, um neue Assoziationen zu schaffen und vorgefasste Vorstellungen herauszufordern. Der Akt der Verdrängung selbst wird zur Metapher für das Migrationserlebnis – die Störung vertrauter Umgebungen und die Suche nach neuen Verbindungen.
Sein Umgang mit Materialien ist bewusst und evokativ. Neonröhren, die aus Museums-Ausstellungen entwendet wurden, Kupferringe, die gefällte Bäume markieren, illegal importierte Eier – dies sind keine willkürlichen Entscheidungen, sondern sorgfältig ausgewählte Elemente, die eine symbolische Schwere tragen. Die Videoinstallation *More Delicate Than the Historians’ Are the Map-Makers’ Colors* (2012–13) zeigt beispielsweise Lagomarsino und seinen Vater beim Auspacken und Werfen von Eiern auf ein Monument in Sevilla – eine Geste, die mit historischen und politischen Implikationen aufgeladen ist. Dieses Werk veranschaulicht seine Fähigkeit, persönliche Erzählungen mit breiterem sozialem Kommentar zu verschmelzen.
Wesentliche Erfolge und internationale Anerkennung
Lagomarsinos künstlerische Beiträge haben eine bedeutende internationale Anerkennung gefunden. Er hat ausgestellt in ganz Europa, Amerika und Asien und nahm an prestigeträchtigen Biennalen teil wie Gwangju, Venedig, Göteborg, Ural, Prospect New Orleans und São Paulo. Seine Werke sind in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen zu finden, darunter das Solomon R. Guggenheim Museum of Modern Art, das Guangdong Museum of Art, das Dallas Museum of Art, das Kiasma Museum of Modern Art, das Moderna Museet und das Museo Reina Sofia.
Über die Ausstellungen hinaus erhielt Lagomarsino mehrere Auszeichnungen, darunter der Friends of Moderna Museet Sculpture Prize im Jahr 2019 und ein DAAD Artist-in-Residence Fellowship in Berlin. Seine kuratorische Arbeit, wie die Retrospektive „Lenke Rothman – Life as Cloth“ in Malmö Konsthall, unterstreicht sein Engagement für die Förderung des kritischen Dialogs innerhalb der Kunstwelt.
Historische Bedeutung: Eine zeitgenössische Stimme
Runo Lagomarsinos Werk nimmt einen entscheidenden Platz in der zeitgenössischen Kunst ein. Er liefert keine einfachen Antworten oder definitiven Statements, sondern lädt die Betrachter ein, sich mit komplexen Fragen von Identität, Migration und kulturellem Erbe auseinanderzusetzen. Seine Fähigkeit, persönliche Erzählungen mit breiterem sozialem Kommentar zu verbinden, gepaart mit seinem poetischen Umgang mit Materialien und subtilen Interventionen, zeichnet ihn als eine einzigartige und fesselnde Stimme aus.
In einer Ära, die von zunehmender Globalisierung und Vertreibung geprägt ist, hallt Lagomarsinos Werk tief bei einem Publikum weltweit wider. Er fordert uns heraus, sich mit den Nachwirkungen des Kolonialismus auseinanderzusetzen, etablierte Narrative zu hinterfragen und die inhärente Instabilität von Sprache und Repräsentation anzuerkennen. Seine Kunst handelt nicht bloß davon, die Vergangenheit zu reflektieren; es geht darum, unser Verständnis der Gegenwart aktiv zu gestalten und eine gerechtere Zukunft auszumalen.
Runo Lagomarsino
1977 - , Schweden
Kurzinfos
- Artistic Movement Or Style: Installationskunst
- Date Of Birth: 1977
- Full Name: Runo Lagomarsino
- Nationality: Schwedisch
- Notable Artworks:
- La Muralla Azul
- Following the Light...
- Elementary
- Place Of Birth: Lund, Schweden




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