Antropofagische Tiere in der Landschaft
Zeichnung
Wandkunst
Modernismus
1971
Moderne
20.0 x 29.0 cm
Museu de Valores do Banco Central
Giclée / Kunstdruck
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Antropofagische Tiere in der Landschaft
Giclée / Kunstdruck
Format der Reproduktion
-
Gesamtpreis
$ 62
Sammlerstück-Beschreibung
Eine visionäre Begegnung mit dem anthropophagen Geist
In den stillen, evokativen Linien von Antropofagic animals in the landscape finden wir uns in der tiefgründigen und surrealen Vorstellungskraft von Tarsila do Amaral wieder, einer der transformativsten künstlerischen Stimmen Brasiliens. Dieses 1971 geschaffene Werk dient als bewegendes retrospektives Fenster zu den Themen, die ihr Vermächtnis prägten. Das Stück präsentiert eine stilisierte, traumähnliche Landschaft, in der die Grenzen zwischen dem Menschlichen und dem Animalischen zu einer einzigen, rhythmischen Existenz verschwischen. Durch ein feines Zusammenspiel von Form und Konzept lädt Amaral den Betrachter dazu ein, Zeuge einer Welt zu werden, in der die Natur nicht bloß eine Kulisse ist, sondern ein lebendiger, atmender Teilnehmer an einem kosmischen Tanz der Transformation. Es ist eine Komposition, welche die Essenz der antropofagia – das Konzept des kulturellen Kannibalismus – einfängt und durch die Linse einer sanften, primitiven Symbiose neu interpretiert.
Die hier angewandte Technik besticht durch bemerkenswerte Einfachheit und tiefe Wirkung. Indem die Künstlerin auf die Komplexität schwerer Schattierungen oder tiefer Perspektiven verzichtet, nutzt sie einen meisterhaften zeichnerischen Ansatz. Dicke, selbstbewusste schwarze Umrisse definieren die Silhouetten von Händen, vogelähnlichen Kreaturen und humanoiden Figuren, was dem Werk eine Qualität verleiht, die an naive Kunst oder Volksillustration erinnert. Diese bewusste Flächigkeit schafft ein intimes, fast haptisches Erlebnis, als würde man in eine wunderschön bewahrte Erinnerung oder auf eine Seite eines verlorenen mythologischen Manuskripts blicken. Subtile Schraffuren und Kreuzschraffuren verleihen gerade genug Textur, um Tiefe innerhalb der Formen anzudeuten, während der warme, blassgelbe Hintergrund die gesamte Szene in ein weiches, diffuses Licht taucht. Diese leuchtende Palette beschwört das Gefühl eines ewigen Nachmittags herauf und wirft einen ruhigen Glanz über die ungewöhnlichen Bewohner dieser Landschaft.
Über ihren ästhetischen Charme hinaus trägt das Kunstwerk eine tiefe symbolische Bedeutung, die Sammler und Historiker gleichermaßen anspricht. Das Vorhandensein anthropomorpher Elemente deutet auf einen tiefgründigen Kommentar zur Vernetzung aller Lebensformen hin. Indem Amaral Tieren menschliche Qualitäten verleiht, fordert sie die traditionelle Hierarchie der Natur heraus und schlägt stattdessen eine Welt gemeinsamer Essenz und gegenseitigen Verzehrs vor – eine Metapher dafür, wie Kulturen und Identitäten einander absorbieren und neu erfinden. Für Innenarchitekten oder Kunstliebhaber bietet dieses Stück mehr als nur visuelle Schönheit; es bietet einen anspruchsvollen Fokuspunkt, der Gespräche anregt. Seine minimalistische und doch ausdrucksstarke Natur macht es zu einer idealen Ergänzung für moderne, eklektische oder zeitgenössische Räume, in denen seine kühnen Linien und warmen Töne einem Raum ein Gefühl von historischer Tiefe und avantgardistischem Geist verleihen können.
Der Besitz einer Reproduktion eines so bedeutenden Werkes ist eine Gelegenheit, das revolutionäre Herz des brasilianischen Modernismus in das eigene persönliche Refugium zu bringen. Antropofagic animals in the landscape ist nicht bloß eine Zeichnung; es ist eine Einladung, unseren Platz innerhalb der natürlichen Ordnung zu überdenken und die Schönheit zu feiern, die in der Verschmelzung von Wildnis und Zivilisation liegt. Es bleibt ein zeitloses Zeugnis für Tarsila do Amarals Fähigkeit, komplexe kulturelle Bewegungen in eine visuelle Sprache zu destillieren, die ebenso zugänglich wie tiefgründig ist.
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Über den Künstler
Frühe Jahre und Ausbildung
Tarsila do Amaral, geboren am 1. September 1886 in Fazenda São Bernardo, Capivari, Bundesstaat São Paulo, war eine brasilianische Malerin und Schlüsselfigur der Anthropophagie-Bewegung. Ihre vollständiger Name lautete Tarsila de Aguiar do Amaral. Sie stammte aus einer wohlhabenden Familie von Kaffeebauern und genoss eine privilegierte Erziehung. Bereits in ihrer Jugend zeigte sie künstlerisches Talent, das von ihrer Familie gefördert wurde. Sie besuchte das Colégio Sion in São Paulo und später das Colégio Sacré-Coeur in Barcelona. Nach ihrer Rückkehr nach Brasilien studierte sie ab 1918 Privatunterricht bei Pedro Alexandrino Borges (1864–1942). Von 1920 bis 1922 absolvierte sie Studien an der Académie Julian und der Académie Moderne in Paris, wo sie von Künstlern wie Fernand Léger, Albert Gleizes und André Lhôte beeinflusst wurde.Die Grupo dos Cinco und ihre Bedeutung für den brasilianischen Modernismus
Nach ihrer Rückkehr nach São Paulo im Juni 1922 lernte Tarsila do Amaral durch die befreundete Malerin Anita Malfatti, ebenfalls Schülerin von Georg Fischer-Elpons, den Schriftsteller Oswald de Andrade (den sie 1926 heiratete), seinen Freund und Autor Mário de Andrade sowie den Maler und Journalisten Menotti Del Picchia kennen. Diese Künstler bildeten die sogenannte „Grupo dos Cinco“ (Gruppe der Fünf). Die Gruppe spielte eine zentrale Rolle in der brasilianischen Moderne, insbesondere durch die Organisation der Semana de Arte Moderna („Woche der modernen Kunst“) im Februar 1922, die als Wegbereiter des Modernismus in Brasilien gilt. Tarsila do Amaral war somit maßgeblich an der Definition und Etablierung einer neuen brasilianischen künstlerischen Identität beteiligt.Anthropophagie: Eine radikale Bewegung
Eines ihrer bekanntesten Werke, Abaporu (1928), wurde zu einem Symbol der Anthropophagie-Bewegung. Der Begriff „Abaporu“ bedeutet in der Tupí-Sprache so viel wie „Menschenfresser“. Die Anthropophagie-Bewegung war eine künstlerische und intellektuelle Reaktion auf den Eurozentrismus und versuchte, die brasilianische Kultur durch die bewusste Aneignung und Umdeutung europäischer Einflüsse neu zu definieren. Tarsila do Amaral und ihre Kollegen griffen dabei Stereotypen und Zuschreibungen über indigene Kulturen auf, um diese zu dekonstruieren und eine neue Form der brasilianischen Identität zu schaffen. Das Gemälde Abaporu, das sich heute im Museu de Arte Latino-Americana in Buenos Aires (MALBA) befindet, wurde für 1,5 Millionen Dollar erworben und gilt als eines ihrer wichtigsten Werke.Künstlerischer Stil und Entwicklung
Tarsila do Amarals künstlerischer Stil entwickelte sich im Laufe ihrer Karriere stetig weiter. In ihren frühen Werken, wie A Negra (1923), zeigt sie bereits Einflüsse des Kubismus und des Futurismus. Später wandte sie sich verstärkt brasilianischen Themen zu, insbesondere der Darstellung von Landschaften und dem Alltag der Bevölkerung. Ihre Farbpalette war oft leuchtend und expressiv, was ihren Werken eine besondere Lebendigkeit verleiht. Neben Abaporu sind auch Werke wie Morro da Favela (Favela-Hügel) bemerkenswert, die ihre Auseinandersetzung mit sozialen Realitäten Brasiliens zeigen.Vermächtnis und Bedeutung
Tarsila do Amaral gilt als eine der bedeutendsten brasilianischen Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts. Ihre Werke haben nicht nur die Entwicklung der brasilianischen Moderne maßgeblich beeinflusst, sondern auch dazu beigetragen, das Bild Brasiliens in der Welt zu prägen. Sie war eine Pionierin, die mit ihrem innovativen Stil und ihrer kritischen Auseinandersetzung mit kulturellen Stereotypen neue Wege für die brasilianische Kunst ebnete. Ihre Bedeutung wird heute international anerkannt, und ihre Werke sind in zahlreichen Museen und Sammlungen auf der ganzen Welt zu sehen.- Museu de Valores do Banco Central do Brasil (Brasília, Brazil): beherbergt mehrere ihrer Arbeiten, darunter Antropofagic Landscape with Ox und eine Studie einer nackten Figur.
- Museu de Arte do Rio Grande do Sul Ado Malagoli (Porto Alegre, Brazil): repräsentiert den breiteren Kontext der brasilianischen Kunst.
Tarsila do Amaral
1886 - 1973 , Brasilien
Kurzinfos
- Beeinflusste Künstler:
- Fernand Léger
- Albert Gleizes
- André Lhôte
- Bemerkenswerte Werke:
- Abaporu (1928)
- A Negra (1923)
- Morro da Favela
- Geburtsdatum: 01. September 1886
- Geburtsort: Cachoeira do Sul, Brasilien
- Künstlerische Bewegung: Brasilianischer Modernismus
- Nationalität: Brasilianisch
- Todatum: 17. Januar 1973
- Vollständiger Name: Tarsila do Amaral
- Von Künstlern Beeinflusst: ['Pedro Alexandrino Borges']

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