Selbstporträt als Lautenspieler
Handgefertigte Ölreproduktion
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Selbstporträt als Lautenspieler
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Beschreibung des Kunstwerks
Ein Fenster in das niederländische Leben des 17. Jahrhunderts: Jan Steens Selbstbildnis als Lautenspieler
Jan Steen, ein Name, der oft mit einer Mischung aus Entzücken und Erstaunen geflüstert wird, steht als eine der außergewöhnlichsten Figuren im Pantheon der Maler des niederländischen Goldenen Zeitalters. Im Gegensatz zu seinen Zeitgenossen, die akribisch prachtvolle historische Szenen oder idealisierte Porträts darstellten, besaß Steen ein fast schon kühnes Talent: Er fing die unordentliche, lebendige und oft absurde Realität des Alltags ein. Seine Gemälde sind nicht bloße Abbildungen; sie sind Miniaturdramen, voller psychologischer Einsicht, schalkhaftem Humor und einem tiefen Verständnis der menschlichen Natur. In seinem unverwechselbaren Œuvre befindet sich das „Selbstbildnis als Lautenspieler“, ein Werk, das einen intimen Einblick in die Persönlichkeit des Künstlers und seinen einzigartigen Ansatz bietet, die Welt um ihn herum darzustellen – eine Welt voller sozialer Kommentare, gemalt mit einer Palette aus kräftigen Farben und ansteckendem Lachen.
Dieses im Jahr 1663 entstandene Meisterwerk auf Öltafel misst bescheidene 55,3 x 43,8 cm und befindet sich heute im prestigeträchtigen Museo Thyssen-Bornemisza in Madrid, Spanien. Das Gemälde zieht den Blick sofort durch seine dynamische Komposition auf sich – Steen selbst sitzt an einem Tisch, der mit Büchern, Weingläsern und Musikinstrumenten beladen ist, und spielt eine Laute mit einer Aura selbstbewusster Heiterkeit. Um ihn herum findet sich eine Besetzung von Charakteren, die in verschiedenste Aktivitäten vertieft sind: ein kleiner Junge, der versucht, ein Buch zu stehlen, eine Frau, die das Chaos scheinbar ignoriert, und ein Hund, der spielerisch an einem Stück Fleisch knabbert. Es ist nicht nur ein Porträt; es ist das Bühnenbild für eine Miniaturkomödie, eine Momentaufnahme einer geschäftigen häuslichen Szene.
Der barocke Pinselstrich: Stil und Technik
Steens künstlerischer Stil ist sofort als fest in der Barockzeit verwurzelt erkennbar, doch er besitzt eine ganz individuelle Stimme. Er verwendet lebendige Farben – tiefes Rot, sattes Blau und erdige Brauntöne – mit einer fast theatralischen Intensität. Die Pinselstriche sind locker und ausdrucksstark; sie vermitteln Bewegung und Emotion, anstatt nach fotografischem Realismus zu streben. Man beachte, wie Steen das Licht nutzt, um Formen zu modellieren, wodurch dramatische Kontraste zwischen beleuchteten Bereichen und tiefen Schatten entstehen, die den Figuren Tiefe und Volumen verleihen. Dieser Chiaroscuro-Effekt ist besonders in der Darstellung von Steens eigenem Gesicht deutlich – seine Züge sind scharf gegen den dunkleren Hintergrund abgegrenzt, was unsere Aufmerksamkeit auf seinen Blick lenkt und eine Aura spielerischer Selbstgewissheit vermittelt.
- Lockere Pinselführung: Steens charakteristischer Stil betont Spontaneität und Bewegung.
- Lebendige Palette: Kräftige Farben tragen zur lebhaften Atmosphäre des Gemäldes bei.
- Chiaroscuro-Beleuchtung: Dramatische Kontraste verstärken die Form und erzeugen ein Gefühl von Tiefe.
Symbolik und sozialer Kommentar
Über die unmittelbare visuelle Anziehungskraft hinaus ist das „Selbstbildnis als Lautenspieler“ mit symbolischer Bedeutung aufgeladen. Die Laute selbst repräsentiert Steens Liebe zur Musik und sein künstlerisches Streben. Die Bücher auf dem Tisch deuten auf seine intellektuelle Neugier und seine Beschäftigung mit der Literatur hin – ein verbreitetes Bestreben der gebildeten Elite im Holland des 17. Jahrhunderts. Das Weinglas und die Flasche lassen auf eine Vorliebe für Geselligkeit und soziale Zusammenkünfte schließen, während der schelmische Junge, der versucht, ein Buch zu stehlen, auf die spielerische Rebellion hindeutet, die typisch für die Jugend ist. Es handelt sich jedoch nicht bloß um eine Feier des Häuslichen; Steen kritisiert subtil gesellschaftliche Normen und die menschliche Torheit durch seine Darstellung dieser scheinbar gewöhnlichen Szenen. Das Gemälde dient als sanfte Satire auf die Anmaßung und Eitelkeit der damaligen Zeit und erinnert uns daran, dass selbst inmitten der Heiterkeit oft ein Element des Absurden mitschwingt.
Ein zeitloses Meisterwerk: Relevanz für die heutige Zeit
Das „Selbstbildnis als Lautenspieler“ transzendiert seinen historischen Kontext und findet auch bei heutigen Betrachtern Resonanz. Steens Fähigkeit, das Wesen der menschlichen Erfahrung – unsere Freuden, unsere Torheiten und unsere inhärenten Widersprüche – einzufangen, bleibt bemerkenswert relevant. Der Humor des Gemäldes ist zeitlos, und seine Darstellung des Alltags bietet eine bewegende Erinnerung an unsere gemeinsame Menschlichkeit. Reproduktionen dieses fesselnden Werkes inspirieren weiterhin Künstler und Kunstliebhaber gleichermaßen; sie bieten ein Fenster in die Vergangenheit und behalten gleichzeitig eine dauerhafte Anziehungskraft für die Gegenwart. Es ist ein Zeugnis für Steens Genie, dass seine Gemälde, die vor über drei Jahrhunderten geschaffen wurden, immer noch die Kraft besitzen, uns zum Lachen, Nachdenken und Fühlen zu bringen.
Ähnliche Kunstwerke
Über den Künstler
Ein Meister der menschlichen Komödie
Jan Havickszoon Steen, ein Name, der untrennbar mit dem pulsierenden Leben des niederländischen Goldenen Zeitalters verbunden ist, besaß die seltene Gabe, das Alltägliche in etwas Monumentales zu verwandeln. Geboren um 1626 in Leiden in eine wohlhabende katholische Familie, war Steens frühes Leben geprägt von der sinnlichen Fülle der Brauerei seines Vaters und der lebhaften Atmosphäre der Taverne Zur Roten Halberd. Diese Erziehung eröffnete ihm ein intimes, lebenslanges Fenster zum sozialen Gefüge der Niederlande – vom ausgelassenen Lachen der Bauern bis hin zur geordneten Häuslichkeit des Bürgertums. Während viele seiner Zeitgenossen nach Prestige durch großartige historische oder mythologische Allegorien strebten, fand Steen seine Berufung in den weitaus nahbareren – und oft weitaus chaotischeren – Realitäten des täglichen Lebens.
Seine künstlerische Reise wurde von einer vielfältigen Palette an Einflüssen geformt, die es ihm ermöglichten, einen Stil zu entwickeln, der sowohl technisch präzise als auch emotional bewegend war. Obwohl offizielle Aufzeichnungen über seine Lehrzeit schwer zu finden sind, deuten zeitgenössische Berichte darauf hin, dass er von Meistern wie Jan van Goyen, Nicolaas Knüpfer und Adriaen van Ostade lernte. Diese Mentoren vermittelten ihm die grundlegenden Fähigkeiten in der Landschafts- und Porträtmalerei, die Steen später mit seinem unverwechselbaren Witz anreicherte. Er empfand eine tiefe Bewunderung für Frans Hals, dessen lockerer, energischer Pinselstrich und psychologische Vitalität in Steens eigener Fähigkeit widerhallen, einen flüchtigen Moment des Schalks oder der Melancholie einzufangen.
Die Kunst der Erzählung und moralischen Nuance
Ein Gemälde von Jan Steen zu betrachten bedeutet, eine Bühne zu betreten, auf der jeder Charakter, jedes verschüttete Glas Wein und jeder weggeworfene Brief eine Geschichte erzählt. Er war ein Meister der Genremalerei, einer Bewegung, die im 17. Jahrhundert florierte, doch er erhob sie durch den raffinierten Einsatz von Chiaroscuro und symbolischem Geschichtenerzählen auf eine neue Ebene. Seine Leinwände sind selten bloße Abbildungen von Szenen; sie sind komplexe Teppiche sozialer Kommentare. In Werken wie Der Arztbesuch oder Der Quacksalber nutzt Steen akribische Details – die Textur eines rustikalen Ärmels, das Glänzen des Lichts auf einem Keramikkrug –, um seine Erzählungen in einer greifbaren Realität zu verankern. Doch unter diesem Oberflächenrealismus verbirgt sich eine scharfe, satirische Kante.
Steens Genie lag in seiner Fähigkeit, Humor als Werkzeug für moralische Unterweisung zu nutzen. Er stellte oft Szenen der „Unordnung“ dar – lautstarke Zusammenkünfte in Wirtshäusern, unordentliche Haushalte oder ausgelassene Feiern – nicht nur zur Unterhaltung, sondern um zur Reflexion über die Folgen von Torheit und Maßlosigkeit anzureizten. Seine Gemälde dienen häufig als Mahnungen in Bezug auf Frömmigkeit und Anstand, wobei er das Chaos einer Fröhlichen Gesellschaft nutzt, um das potenzielle Chaos einer undisziplinierten Seele widerzuspiegeln. Diese Dualität – die Fähigkeit, den Betrachter zum Lachen zu bringen und ihn gleichzeitig zur Betrachtung der Tugend einzuladen – ist es, was sein Werk von den rein beobachtenden Arbeiten seiner Zeitgenossen unterscheidet.
Vermächtnis und die Evolution des Stils
Im Laufe von Steens Karriere durchlief seine künstlerische Vision eine subtile, aber bedeutende Entwicklung. Seine frühen Kompositionen zeigten oft groteskere oder übersteigerte Figuren und lehnten sich stark an die Tradition der raueren, auf Bauern fokussierten Genreszenen an. Doch als sich der Geschmack der Niederländischen Republik hin zu größerer Eleganz und Raffinesse wandelte, tat dies auch sein Pinsel. In seinen späteren Jahren wurden die Figuren in seinen Gemälden individueller und anmutiger, die Farbpaletten subtiler und seine Kompositionen erreichten eine neu gewonnene kompositorische Balance. Dieser Übergang spiegelt nicht nur sein persönliches Wachstum als Künstler wider, sondern auch die sich wandelnde kulturelle Landschaft des späten 17. Jahrhunderts.
Die historische Bedeutung von Jan Steen kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Er bleibt eine der beliebtesten Figuren der Barockära, weil er das eigentliche Wesen der Menschheit einfing: unsere Fähigkeit zur Freude, unsere Neigung zum Fehler und unsere gemeinsamen häuslichen Kämpfe. Sein Einfluss reichte weit über die Grenzen von Leiden hinaus und hinterließ einen unauslöschlichen Eindruck in der Entwicklung der europäischen Genremalerei. Heute fesseln seine Werke weltweit das Publikum, indem sie ein zeitloses Fenster in eine Ära beispielloser künstlerischer Errungenschaften öffnen und uns daran erinnern, dass in den gewöhnlichsten Momenten eine tiefe Schönheit und Weisheit zu finden ist.
Jan Havickszoon Steen
1626 - 1679 , Niederlande
Kurzinfos
- Artistic Movement Or Style: Nederlandse Gouden Eeuw Genre Schilderkunst
- Artists Or Movements Influenced By This Artist: ['Barok']
- Artists Who Influenced This Artist: ['Hendrik Jacobsz. Stoffels']
- Date Of Birth: Leiden, Niederlande (1626)
- Date Of Death: 1679
- Full Name: Jan Havickszoon Steen
- Nationality: Niederländisch
- Notable Artworks:
- Johannes der Täufer predigt
- Kegelspieler vor einem Gasthaus
- Frohsinnige Gesellschaft auf einer Terrasse
- Place Of Birth: Leiden




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