Der Einzug des zukünftigen Karl V. in Paris im Jahr 1358
Neoklassizistischer Stil
1821
47.0 x 56.0 cm
Wadsworth Atheneum
Giclée / Kunstdruck
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Der Einzug des zukünftigen Karl V. in Paris im Jahr 1358
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Der Einzug des zukünftigen Karl V. in Paris im Jahr 1358
Jean-Auguste-Dominique Ingres’ „Der Einzug des zukünftigen Karl V. in Paris im Jahr 1358“ gilt als ein Eckpfeiler der neoklassizistischen Kunst und verkörpert jene stilistischen Ideale, die von Nicolas Poussin und Jacques-Louis David in der frühen Romantik geprägt wurden. Dieses monumentale Werk, vollendet im Jahr 1821, geht weit über eine bloße historische Darstellung hinaus; es ist eine exquisit ausgearbeitete Meditation über Macht, Majestät und das fortwährende Erbe klassischer Grandiosität. Das Gemälde fängt einen entscheidenden Moment der französischen Geschichte ein – die triumphale Rückkehr des Thronfolgers Karl V. nach einer Rebellion, welche die königliche Autorität bedrohte – und verwandelt diesen Augenblick in ein zeitloses Tableau aristokratischen Glanzes.- Gegenstand: Ingres stellt mit akribischer Präzision den feierlichen Umzug dar, der die Ankunft von Karl V. in Paris am 2. August 1358 würdigt. Die Szene entfaltet sich vor der Kulisse des mittelalterlichen Paris und präsentiert ein lebendiges Geflecht aus Figuren, die Adel, militärisches Geschick und kirchliche Würdenträger repräsentieren. Im Zentrum steht Karl V. selbst, hoch zu Ross auf einem prächtigen Pferd, das mit opulenten Stoffen geschmückt ist; er strahlt königliche Gelassenheit aus und verkörpert die Bestrebungen seiner Ära.
- Stil & Technik: Ingres’ charakteristischer neoklassizistischer Stil ist in jedem Pinselstrich spürbar. Er nutzt meisterhaft die Linearperspektive, um einen illusionistischen Raum zu schaffen, der die architektonische Pracht von Paris glaubhaft repliziert. Der Künstler gibt Texturen – die Samtgewänder, die Rüstungsteile, die Mähne des Pferdes – mit akribischem Detailreichtum wieder und beweist damit seine unerschütterliche Hingabe an anatomische Genauigkeit und klassische Modellierungstechniken.
- Historischer Kontext: Das Gemälde spiegelt die Ängste wider, die während der Herrschaft Karls V. im Zusammenhang mit den Unruhen in Frankreich präsent waren. Ingres vermittelt geschickt die Spannung zwischen königlicher Legitimitenschaft und dem Unmut des Volkes und fängt die symbolische Bedeutung des Umzugs als Bestätigung der päpstlichen Autorität und der göttlichen Vorsehung ein. Es ist ein visuelles Zeugnis der politischen Landschaft jener Zeit – einer Epoche, die von religiösen Konflikten und aristokratischem Ehrgeiz geprägt war.
- Symbolik: Über die historische Erzählung hinaus ist „Der Einzug“ voller Symbolik. Das Pferd repräsentiert Adel und Stärke und spiegelt Karls Rolle als Verteidiger der Christenheit wider. Die Banner mit päpstlichen Emblemen unterstreichen den Einfluss der Kirche auf den politischen Diskurs. Ingres’ bewusste Komposition – gekennzeichnet durch ausgewogene Symmetrie und hierarchische Anordnung – vermittelt ein tiefes Gefühl von Ordnung und Stabilität, was den neoklassizistischen Glauben an Vernunft und moralische Tugend widerspiegelt.
- Emotionale Wirkung: Trotz seiner formalen Präzision besitzt das Gemälde eine unbestreitbare emotionale Resonanz. Die meisterhafte Handhabung von Licht und Schatten verleiht der Szene eine dramatische Intensität, die sowohl Erhabenheit als auch Feierlichkeit vermittelt. Der Betrachter wird in einen kontemplativen Blick gezogen, der über die beständige Macht der Tradition und die idealisierte Vision der Führung nachdenkt, die durch Karl V. verkörpert wird – eine Gestalt, welche die europäische Geschichte über Jahrzehnte prägen sollte.
Ähnliche Kunstwerke
Über den Künstler
Jean-Auguste-Dominique Ingres: Ein Meister des Neoklassizismus
- Geboren: 29. August 1780, Montauban, Frankreich
- Gestorben: 14. Januar 1867, Paris
Frühes Leben und Ausbildung
Jean-Auguste-Dominique Ingres wurde in eine bescheidene Familie in Montauban geboren. Sein Vater, Jean-Marie-Joseph Ingres, war Maler und Bildhauer und vermittelte ihm so ein frühes künstlerisches Fundament. Ingres erhielt zunächst Unterricht von seinem Vater, bevor er an der Académie Royale de Peinture, Sculpture et Architecture in Toulouse unter Guillaume-Joseph Roques eingeschrieben wurde. 1797 zog er nach Paris, um bei Jacques-Louis David zu studieren, einer führenden Figur des Neoklassizismus. Diese Mentorschaft erwies sich als entscheidend für Ingres' künstlerische Entwicklung.
Künstlerische Entwicklung und Einflüsse
Ingres’ Stil war tief in den Traditionen der italienischen Renaissance und flämischer Meister wie Raffael und Nicolas Poussin verwurzelt. Er studierte ihre Werke akribisch und bemühte sich, deren Klarheit, Eleganz und idealisierte Formen nachzuahmen. Der Einfluss von Jacques-Louis David zeigt sich auch in Ingres' anfänglicher Einhaltung neoklassizistischer Prinzipien – einem Fokus auf Linie, Form und historische oder mythologische Themen. Allerdings entwickelte Ingres allmählich seinen eigenen unverwechselbaren Stil, der durch eine einzigartige Mischung aus Präzision und Sinnlichkeit gekennzeichnet ist.
Wichtige Werke und Stil
Ingres erlangte bedeutende Anerkennung durch mehrere bemerkenswerte Werke:
- Die Boten des Agamemnon in Achills Zelt (1801): Dieses Gemälde brachte ihm den Prix de Rome ein, was einen Wendepunkt in seiner Karriere markierte.
- Der Eid Ludwigs XIII. (1827): Ein Werk, das seinen raffaelesken Stil demonstriert und ihm weitreichenden Ruhm einbrachte.
- Porträt von Monsieur Bertin (1833-1834): Dieses Porträt markierte eine Zeit des großen Erfolgs und zeigte seine Fähigkeit, den individuellen Charakter einzufangen.
- Das türkische Bad (1862): Eines seiner späteren Werke und ein Beispiel für seine Orientalistenmalerei mit Aktendarstellungen, fertiggestellt als er 83 Jahre alt war.
Ingres' Porträts werden besonders für ihre ausdrucksstarke Verzerrung von Form und Raum gefeiert – eine Abweichung von streng neoklassizistischen Konventionen, die moderne Kunstrichtungen vorwegnahm. Er verwendete einen linearen Stil mit präzisen Konturen und lebendigen Farben und erzeugte oft eine Illusion der Tiefe durch subtile Schattierungen.
Vermächtnis und historische Bedeutung
Ingres’ Vermächtnis reicht weit über seine eigene umfangreiche Produktion hinaus. Er hatte einen tiefgreifenden Einfluss auf nachfolgende Generationen von Künstlern, darunter Henri Matisse und Pablo Picasso, die seinen innovativen Ansatz in Bezug auf Form und Komposition bewunderten. Sein Engagement für klassische Ideale bei gleichzeitiger Überschreitung der Grenzen künstlerischen Ausdrucks festigte seine Position als Brücke zwischen Neoklassizismus und Moderne. Ingres’ Werke werden weiterhin in wichtigen Museen weltweit ausgestellt, was Zeugnis von ihrer bleibenden Schönheit und historischen Bedeutung ist.
Jean-Auguste-Dominique Ingres
1780 - 1867 , Frankreich
Kurzinfos
- Beeinflusste Künstler:
- Raphael
- Nicolas Poussin
- Jacques-Louis David
- Bemerkenswerte Werke:
- Die Botschafter Agamemnons
- Der Eid Ludwigs XIII.
- Porträt von Monsieur Bertin
- Das türkische Bad
- Geburtsdatum: 29. August 1780
- Geburtsort: Montauban, Frankreich
- Künstlerische Richtung: Neoklassizismus
- Nationalität: Französisch
- Sterbedatum: 14. Januar 1867
- Vollständiger Name: Jean-Auguste-Dominique Ingres
- Von Ihm Beeinflusste Künstler:
- Henri Matisse
- Pablo Picasso

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